Tourbeschreibung

Canning Stock Route

1. Tag    07-07-2007

Wir waren am Vorabend zu meinem Freund und CSR Mitstreiter Hans nach Merriwa gefahren um Zeit einzusparen da er ja ca. 40 Km nördlich von Perth wohnt. Wir starteten um 05:30 morgens und fuhren auf dem Great Northern Highway Richtung Norden. Wir kahmen gut voran und unser erster Stop war in Wubin an der BP Tankstelle. Hier mußte ich feststellen, daß der Dieseltank auf dem Dachgepäckträger leckte und auf Philip’s Swag spritzte. Ich mußte ein altes Handtuch um den leckenden Deckel stopfen um wenigstens den Schaden klein zu halten. Gottseidank war der Swagboden aus Plastik so das sich das Gewebe nicht vollsaugen konnte denn Dieselgestank kriegt man auf die Kürze nicht wieder weg. Bis Mt Magnet war nicht viel los und hier machten wir unseren ersten Tankstop. Hier habe ich dann auch meinen Gastank wieder aufgefüllt damit ich die CSR mit einem vollen Gastank starten konnte. Gas gibt es ja auf der CSR nun wirklich nicht. An der ersten Tankstelle war die Gaszapfsäule kaputt und man schickte mich zur nächsten Tankstelle. Hier hatte ich auch meine Probleme da erst nach dem Eingreifen des Tankstellenbesitzers die Zapfsäule bereit war den begehrten Stoff rauszurücken. Wenn ich in Meekatharra keinen mehr bekommen hätte, wäre ein gewichtiger Grund mir das Gas einbauen zu lassen für die Katz gewesen. In Wiluna gibt es keines und deswegen umkehren nur um nachzufüllen kahm nicht in Frage. Auf der Weiterfahrt nach Wiluna sahen wir jede Menge tote Kängaruhs und tote Kühe. Ich bin von Mt Magnet dann ohne Gas gefahren und man konnte schon merken, daß da ein bißchen Umpf fehlte. So gegen 17:30 waren wir dann in Meekatharra und haben uns dafür entschieden hier zu übernachten da Hans es nun mal garnicht ausstehen kann das Camp spät oder noch schlimmer im Dunkeln aufzustellen. Bis Wiluna wären es noch mindestens 2 Std Fahrt gewesen. Wir hatten Glück und bekahmen ein Fleckchen Gras wo wir unsere Swags aufstellen konnten. Unsere Nachbarn waren ein junges Pärchen die auch die CSR fahren wollten aber noch bis Montag auf Freunde warten mußten. Damit war der Tag eigentlich gelaufen. Es gibt nicht allzuviel zu unternehmen in Meekatharra. Mein junger Herr Philip konnte mit dem Feuer spielen (das macht er liebend gerne) das jemand für’s BBQ entfacht hatte. Abendessen war schnell gemacht. Reis und Thunfisch. Es ist erstaunlich wie viel Schwarze in den Orten rumlaufen wenn man die zivilisierte Gegend mal verlassen hat. Es gab aber keine Probleme. Mein Sohn hatte auch noch einen Kumpel aus seiner Schule getroffen und so war es Ihm nicht zu langweilig. Sein Swag hat auch nicht nach Diesel gestunken und so konnten wir uns zeitig in die Kojen schlagen damit wir morgens früh abhauen konnten.

Tiefste Temperatur nachts 6.8 oC





2. Tag    08-07-2007

Heute Morgen starteten wir vom Meekatharra Caravan Park WP 04 aus. Die Straße nach Wiluna ist eine ziemlich gute Dreckstraße auf der man locker 100 Km/h fahren kann. Das haben wir auch gemacht und der Spritverbrauch war entsprechend hoch. Wir kahmen auch gut voran und bei WP 05 konnten wir unser erstes ausgebranntes Autowrack begutachten. Ein kurzer Stop für ein Photo und weiter ging es. Als nächstes passierten wir ein paar Grabsteine WP 06 wo ein paar arme Seelen Ihr Leben lassen mußten. Sehr wahrscheinlich aufgrund eines Autounfalls den australische “gravel roads” sind sehr tückisch. Ein Grund mehr vorsichtig zu fahren. Als nächstes passierten wir eine Straßenbaugruppe und eine Stunde später kahmen wir in Wiluna an. Hier füllten wir am Gunbarrel Grocery Shop WP 07 unsere Dieseltanks bis zur Randkante. Der Preis war A$1.57 pro Liter. Der 75er war ziemlich durstig den er brauchte ohne Gas ca. 19.5 l/100 Km. Da fuhr mir aber der Schreck in die Knochen ob ich es den bis zur Well 33 Tankstelle (Kunawaritji Station) schaffe. Aber mit dem Auto zum brechen vollgestopft und dem vollen Dachgepäckträger ergibt das schon einen Sinn. Der Tankwart erzählte uns es wären noch 42 Km bis zum Schild der den Start der CSR markiert. Nach 38 Km passierten wir ein Schild aber da Hans mit Vollgas daran vorbeischoß konnte ich nicht erkennen was es war. Nach 46 Km immer noch noch kein Zeichen und von meinem Kumpel auch keine Spur zu sehen. Jetzt mußte ich Gas geben um ihn einzuholen und zum umdrehen zu bewegen. Ich konnte Ihn schließlich über Funk erreichen und wir kehrten um. Das Schild an dem wir so flugs vorbeifuhren war der Zugang zur CSR WP 08. Australische Km Angaben sind immer mit Vorsicht zu genießen. Pflichtgemäß machten wir unser Startphoto, verbrachten ein paar Minuten mit Futtern und machten uns wieder auf die Socken. Nächster stop war ein großer Betontank mit einer Southern Cross Windmühle WP 09. Wir konnten ein Hinweisschild zu well 2 sehen aber wir entschloßen uns weiterzufahren. Nächster Halt waren die Granites WP 10. Wie der Name schon sagt gibt es hier ziemlich viel Granit. Wir spazierten ein bißchen rum um uns die Beine zu vertreten und natürlich ein paar Bilder zu machen. Wir fanden auch eine Notiz von jemanden der seine Digitalcamera verloren hatte und den ehrlichen Finder bat diese doch zurückzugeben. Mein Verdacht ist, daß er diese abschreiben kann. Bis zu den Granites ist mein Sohn Philip mal für eine Stunde gefahren. Er hat sich ganz gut geschlagen aber er war auch wieder froh als er sich auf den bequemeren Beifahrersitz schlagen konnte. So langsam wurde es Zeit nach einem Nachtlager Ausschau zu halten. Wir entschloßen uns aber noch ca. 1 Stunde weiterzufahren bis wir Ernst machen. Hans will immer früh das Camp aufschlagen und morgens zeitig abhauen. Ich dagegen mag es gerne andersrum. Im Dunkeln rumfummeln bereitet mir keine Probleme aber morgens hetzen ist nichts für mich. So gegen 16:00 fanden wir dann einen guten Platz zum schlafen WP 12. Ein schöner großer Platz nur ca. 100 m vom Track entfernt. War auch gut so da Hans von meiner Schnarcherei nicht sehr begeistert ist. Philip und ich stellten als erstes unsere Swags auf und mein junger Herr verschwand schnell in seinem da die Fliegen ziemlich lästig waren. Nachdem jedoch die Sonne untergegangen war wurde es ziemlich frisch und die Fliegen waren dann auch weg. Wir teilten uns die Pflicht das Abendessen vorzubereiten. Hans machte Röstkartoffel und ich habe die Kebabs gegrillt. Hinterher gab es noch Glühwein. Hier draußen ist die Ruhe fast unheimlich für einen Stadtbewohner. Kein lärmender Verkehr oder Hubschrauber die auf Verbrecherjagd sind. Nur zwitschernde Vögel. Mein kleines Solar panel macht sich gut und hält die Batterien geladen um den Engel auch nachts laufen zu lassen.

Tiefste Temperatur nachts = 0.1 oC





3. Tag    09-07-2007

Heute morgen sind wir früh aufgestanden und kurz vor 8:00 liefen unserer Diesels schon warm. Nach einiger Zeit kahmen wir an ein trockenes Flußbett WP 13. Es muß aber doch in letzter Zeit geregnet haben denn die Auswaschungen sahen noch ziemlich frisch aus. Bis jetzt war die Gangart ziemlich leicht und wir brauchten noch nicht mal 4WD einschalten. Ein bißchen wie der Holland Track. Ich nehme mal an viele Leser und Besucher kennen diese Kurzstrecke zwischen Wave Rock und Coolgardie. Klar ein paar Felsen, ein bißchen Gerüttle und Geschüttle aber sonst außer Spesen nichts gewesen. Die nächste Überraschung wartete aber schon in Form eines Verhekrsschildes WP 14. Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kmh weil Straßenarbeiten. Ich könnte mir vorstellen irgendein Witzbold hat das Ding geklaut und dann hier draußen aufgestellt. Bei WP 15 waren wir dann am ersten wiederhergestellten Brunnen Well 3. Dies wäre ein erstklassiges Camp und wer morgens 7:00 in Wiluna startet kann es leicht bis hierher am ersten Tag schaffen. Außerdem startet hier die Umleitung durch Cunyu Station und es dauert ca. 3 Stunden bis man durch und an Windich Springs angekommen ist. Unterwegs ist weder ein längeres Halten oder campen erlaubt. Unterwegs liefen uns Kangaroos über den Weg und sogar ein zerzauster Dingo ließ sich blicken. Bei WP 16 wieder mal was zum Lachen – ein handgeschriebenes Vorfahrtsschild. Vielleicht hat es seinen Sinn aber wir konnten ihn nicht erkennen. Der nächste Halt war Lake Nabbiru WP 17. War ein guter Platz zum halten und außerdem mußte ich Diesel vom Dachtank nachpumpen damit das Geschwappe endlich ein bißchen weniger wird. Zudem fühlte sich Philip nicht sehr wohl und ich fing an mir Sorgen zu machen. Hier draußen geht man kein Risiko ein wenn es nicht unbedingt sein muß. Bei WP 18 durchfuhren wir unser erstes Tor und es war Philip’s Aufgabe auszusteigen, aufzumachen und hinterher wieder zu schließen. Eine eiserne Regel im Outback sagt: Laße ein Tor so wie du es vorgefunden hast. Als nächstes kahm Well 4A WP 19. Um hierher zu kommen mußten wir ein paar große Auswaschungen durchfahren. 4A ist in sehr schlechtem Zustand und zum Wassernachfaßen nicht geeignet. Wir fuhren weiter auf unserem Weg nach Windich Springs. Wir mußten durch rauhes Gelände welches meistens ausgetrocknete Flußbetten waren. Zu und Ausfahrt waren ziemlich steil. Einmal hatte ich mich fast festgefahren war aber dann doch nicht so schlimm. WP 20 waren dann die Windich Springs. Ich weis nicht ob es wirklich Quellen sind oder eher ein Fluß der steht. Wenn es unbedingt sein muß könnte man das Wasser trinken aber nur mit einem guten Filter. Wir hatten ja mehr als genug dabei und so stellte sich für uns das problem nicht. Es war gerade Mittagszeit und wir nutzten die Rast um einen Bissen zu uns zu nehmen. Wir fuhren weiter mußten aber gleich wieder halten denn vor uns war der “ok corral” WP 21. Eine alte Umzäunung um Vieh darin zu halten. Ob diese noch aus Cannings Zeiten stammt? Obwohl relativ gut erhalten sah es alt genug aus. Bei WP 22 durchliefen wir unser zweites Tor. Ein Weilchen später kahmen wir an eine Gabelung WP 23 in der Straße und wir wußten nicht welche Richtung wir einschlagen sollten. Ich schaute auf’s GPS un d die Karte und entschied mich für rechts, hans wollte eher links fahren. Konnte mich durchsetzen und los ging es. Es stellte sich aber raus es wäre egal gewesen. Alle Wege führten nach Well 5. Nach ca. 1 Km sahen wir die Schilder zu Well 5 und Well 6. Wir fuhren zu well 5 WP 24 und trafen eine Truppe aus dem Northern Territory. Die sind auf einer schnelleren Strecke hier reingekommen. Die hatten auch Camping Anhänger dabei und es würde mich schon interressieren wie es denen auf der weiteren Fahrt ergangen ist. Nach ca. 1 Stunde trafen wir bei Well 6 Pierre Springs WP 25 ein. Ein wunderbarer Platz zum Übernachten, gutes Wasser und sehr beliebt. Es dauerte ein Weilchen bis wir eine gute Stelle zum Campen fanden. Wir zogen Wasser vom Brunnen zum waschen und kochen. Hans war so müde, daß er um 18:30 schon im Zelt verschwand und wir entfachten an diesem Abend kein Feuer. Philip ging es etwas besser heute und ich kochte Ihm noch einen Kamillentee. Irgendwo hörten wir jemanden “happy birthday” singen. Vielleicht feiere ich meinen 60. Geburtstag auf der CSR aber bis dahin müßen noch einige Jahre vergehen. Ich friere ein bißchen obwohl es immer noch 9.0 oC hat aber der Schal und mein beanie halten die Kophaut warm. Auch wir verschwanden relativ früh in unseren Swags.

Tiefste Temperatur nachts = 1.7 oC





4. Tag    10-07-2007

Heute morgen verließen wir das Camp gegen 08:00. Scheint so der Standard zu werden. Nach ein paar Minuten kahmen wir an eine Kreuzung WP 26 und ich dachte es ginge zu Ingeborg Hill aber es war nur ein weiteres camp. Vielleicht ganz gut wenn Pierre Springs voll ist. Die Kreuzung zu Ingeborg Hill WP 27 kahm nach weiteren 5 Minuten. Ein paar 100 m zum Parkplatz und nach einer kurzen Kletterpartie hat man einen wunderbaren Ausblick WP 28. Nach einer weiteren Stunde kahmen wir zur Kreuzung WP 29 zu Well 7. Von hier aus waren es nur noch ein paar 100 m zu Well 7 WP 30. Auch dieser Brunnen war, wie die meisten Brunnen auf der CSR, in einem schlechtem Zustand. Dann haben wir uns mal verfahren und kahmen zu einem Southern Cross Windrad und einer Umzäunung fur Viehzeug WP 31. Well 8 war nicht allzuweit entfernt WP 32 und wäre auch ein gutes camp gewesen. Zu allem Überfluss sind wir wieder falsch eingebogen und kahmen wieder an eine Windmühle mit Viehzaun WP 33. Der größte Teil des Tages wurde mit Fahren verbracht und Philip ging es heute nicht so gut. Ich habe Ihn mal gefragt ob er den zur Abwechslung fahren will aber er hat abgelehnt. Keine Lust. Als nächstes kahm eine Gabelung in der Straße WP 34 und wir hielten uns links am Straßenschild. So gegen 12:00 waren wir dann an Well 9 WP 35 wo wir uns zum Mittag ein paar Brocken zwischen die Kiemen schieben konnten. Mittag war meistens Salami weil die sich sehr gut hält und wir damit gut bestückt waren oder vacuumverpackte Wurst. Die kleinen Streichwürste von HELA, dem deutschen Metzger in der South Street in Hilton, haben sich auch gut gemacht weil sehr haltbar. Dazu meistens deutsches Schwarzbrot und davon hatten wir zum Ende des Trips noch was übrig. Well 9 ist Teil einer aktiven Rinderfarm, "Glen Ayle", und man kann auch gegen eine kleine Gebühr auf deren Land die CSR verlassen oder reinfahren. Wer nicht die ganze Strecke fahren will oder wenn es einen Notfall gibt kann hier ein paar Tage abkürzen. Es gab an der Quelle ein Windrad welches einen Beton Tank versorgte. Dies war aber nicht der Originalbrunnen. Der war ein paar Meter weg davon. Etwas weiter weg gab es dann noch einen Pool mit Bäumen der angeblich von Weld Springs versorgt wurde aber es konnte auch Abfluß von der Windmühle gewesen sein. Es war ein schönes Plätzchen aber man wurde gebeten mindestens 1 Km davon entfernt zu campen wenn es denn sein muß da sonst die Kühe bei der Tränke gestört wurden. Nachdem wir Well 9 verließen kahmen wir wieder an eine Gabelung WP 36 ohne zu wissen welche Richtung zu nehmen war. Wir entschieden uns für links und stellten aber dann später fest, dass es eh alles der gleiche Track war. Die Gangart wurde jetzt schon ein bißchen ruppiger. Mehr Waschbrett. Als nächstes passierten wir eine Abzweigung WP 37 welche auf der Karte als "turn off to Picanniny well" angegeben wurde. Wir haben's ausgelassen und fuhren auf der CSR weiter. Als nächstes kahm Well 10 WP 38 welche genauso runtergekommen aussah wie die meisten Brunnen. Aber warum auch sollten alle Brunnen gut hergerichtet sein. Wer bezahlt dafür? So langsam kahmen wir in eine Gegend die man 4WD outback country nennen konnte. Die Landschaft sah oft trostlos und kahl aus. Wir sahen aber trotzdem viele seltsame Vögel, Emus und Kühe. Sind schon ein verdammt zahes Volk diese Rindviecher. Hier draussen wohl kein Schimpfname sondern eher ein Kompliment als Überlebenskünstler. So langsam mußten wir uns wieder Gedanken ums Camp machen aber weit und breit kein schattiger Baum. Als nächstes kahm Lake Aerodrome WP 40. Wir hielten und sind ein bißchen rumgelaufen. Die Oberfläche erschien uns sehr fest aber wenn man den Boden etwas ankratzte dann kahm nasser Sand zum Vorschein. Wer sich hier verschätzt und den rechten Weg verläßt bleibt hoffnungslos stecken. Der salzige Schlamm kann auch am Auto viel Schaden anrichten. Wir umfuhren den Trockensee und danach mußten wir einigemale 4WD zuschalten. Nicht weil es steil rauf und runter ging sondern sehr feiner Sand und da braucht man viele angetriebene Räder. Oft hatten wir 2 Tracks zur Wahl aber es war so, daß einer nur eine bessere Wahl zur Überquerung der "Düne" war aber im Grunde der gleiche Track. Nur einmal habe ich das Gas zugeschaltet damit ich ein bißchen mehr Dampf hatte. Gegen 16:20 fanden wir dann einen wunderbaren Platz für's Nachtlager WP 41. Das erste was ich machen musste war mein Dieseldrame mit dem Dachtank zu Ende zu bringen und das Scheißding leerpumpen. War in einer ½ stunde vorbei aber nicht ohne Gestank. Abendessen war kurz und es gab nur ein paar Wiener schnell heiß gemacht. Ich musste mir auch Gedanken machen wie es weitergeht sollte sich der Gesundheitszustand meines Sohnes weiter verschlechtern. Er konnte an diesem Abend nicht sagen ob er den Trip fertigmitfahren kann oder nicht. Sein Wohlergehen war natürlich oberste Priorität und er wußte, dass er jederzeit aussteigen konnte ohne ein schlechtes Gewißen haben zu müßen. Jetzt wäre es auch noch relativ leicht gewesen die Strecke zu verlassen. Philip hat Asthma und es stellt sich manchmal ein Zustand ein der mit starker Grippe vergleichbar ist. Atembeschwerden stellen sich ein und es macht dann einfach nichts richtig Spaß. Wir haben auch die Swags getauscht weil im seiner doch nicht so behagt hatte. Es war aber kein Dieselgestank daran Schuld sondern mehr die Beschaffenheit des Materials selbst. Es war gummiertes Canvas und dieses ist nicht so atmungsaktiv wie reines Canvas. Mir hat es nichts ausgemacht und so haben wir getauscht. Hans der müde Krieger hat auch schlapp gemacht und hat sich schon um 18:30 in die Decke gewickelt und so saß ich alleine mit einem steifen Grog am Lagerfeuer.

Tiefste Temperatur nachts = -1.7 oC





5. Tag    11-07-2007

Letzte Nacht war kalt. Verdammt kalt. Ansonsten schien alles ok zu sein. Alles verlief seinen gewohnten Gang und Frühstück machen + packen beschäftigte uns bis 08:00. Schließlich wollten wir uns auf den Weg machen aber der Landcruiser wollte nicht anspringen. Der Anlasser orgelte zwar aber der Kreis zum vorglühen hatte irgendwie keinen Saft. Als erstes wurden mal alle Sicherungen durchgemessen. Ok. Dann dachte ich mir vielleicht ist ja was mit dem Immobiliser faul also wurde das Ding ausgebaut. Leider war das auch nicht das Problem. So langsam kroch die Panik hoch. Einen Mechaniker hier rauszuholen kostet eine Stange Geld. Die Dollarscheine rieselten so langsam durch die Finger und es wollte nicht aufhören. Da ich ein Satellitentelephon dabei hatte rief ich meine Werkstatt an. Die konnten das Problem aber auch nicht lösen. Ein paar Tips was ich prüfen sollte aber die Sachen waren alle in Ordnung. Langsam sammelten sich ein paar Leute an. Shane war ein Farmerssohn und 747 Pilot bei Quantas und meinte "together we get it going. I am not leaving before that". So langsam besserte sich die Stimmung aber der Landcruiser lief immer noch nicht. Shane hatte noch die Telefonnummer von Jim, einem Mechaniker in Wiluna, und er meinte keiner kennt meinen Typ Landcruiser so gut wie er. Obwohl er das Problem nicht lösen konnte hat er mir erklärt wie man die Karre so verkabeln kann um eventuell starten zu können. Die Werkstatt hatte mir schon erklärt wie man manuell vorglüht den ohne dem geht es wenigstens das erste mal am Morgen nicht. So haben wir dann die Dieselpumpe noch verkabelt und der nächste Versuch konnte starten. Nach ca. 4 ½ Stunden Flucherei sprang er dann endlich an. Aber keine der Anzeigen ging. So hatte ich weder Öldruck noch Temperaturanzeige. Am Ende des Berichtes gebe ich Preis was vermurkst war. Wie blöd
man doch sein kann und wieder bewahrheitet sich der Spruch: "Nur keine Panik" macht nämlich alles nur noch schlimmer. Jetz war erst mal eine Runde Schnapps angesagt. Vom feinen Stoff den mir der Rainer Rawer von einem badischen Winzer mitgebracht hat. Wenn der Motor dann mal richtig warm gelaufen ist kann man auch noch nach einer Standzeit von ca. 30 Minuten noch ohne vorglühen den Motor starten. Also mußten wir die volle Prozedur nur einmal am Tag durchführen. Unser Camp war nur ein paar 100 Meter von Well 12 WP 42 weg ohne es zu wissen. Shane's Schwiegermutter hatte daraus am Vortag Wasser geschöpft aber wir brauchten ja keines. Von jetzt an gab es immer wieder Corrugation. Wir kamen gut voran und manchmal konnte ich sogar mit ca. 50 Km/h heizen. Leider nur Kurzstrecken und es hat denn Streckenschnitt nicht wirklich gebessert. Nach einer Weile kahmen wir zum wohl berühmtesten Autowrack auf der CSR, dem ausgebrannten Landrover WP 43. Versteht sich von selbst, dass es ein Benziner war. Well 13 WP 44 war nicht weit voraus aber auch die Corrogution wartete auf uns. Well 13 war nur noch ein Überbleibsel von dem was es mal war. Eine Stunde später waren wir bei Well 14 WP 45. Wir entschieden uns weiterzufahren da Well 14 als Camp nicht sehr einladend war. Es war schon 16:00 und es waren noch 24 Km zu fahren. Zum Glück waren wir in der Lage relativ zügig zu fahren. Nach ca. 23 Km sah ich eine Gruppe Bäume in der Ferne und dachte mir das muß es sein. Kurz danach kahmen wir zu einer Kreuzung WP 46 und ich mußte auf Hans warten da er nicht gewußt hätte welchen Weg wir genohmen haben und die Funkgeräte waren stumm da wir vergessen hatten letzte Nacht zu laden. Wir nahmen den Weg nach links und kahmen gleich bei Well 15 WP 47 an. War zwar nicht das gelbe vom Ei aber wir hatten keine wahl. Das Camp stand schnell, Abendessen war auch bald fertig und dann noch ein paar Tim Tams und Rum vorm Lagerfeuer. Das Leben ist doch schön und selbst ein bockiger Landcruiser kann daran nichts ändern. Philip hatte das Lagerfeuer angefacht und es war ein gutes Zeichen für mich. Es ging Ihm wieder besser.

Tiefste Temperatur nachts = -4.0 oC





6. Tag    12-07-2007

Diesen Morgen wachten wir auf und es war arschkalt. Mir mußten uns erst mal Gedanken machen wie wir unsere kleinen Gaskocher mit den Butanpatronen zum laufen bringen konnten. Bei der Kälte vergast das flüßige Butan sehr schlecht. Wir haben es erst mal mit den Händen gewärmt und nachdem wir etwas Wasser erwärmen konnten haben wir die Patronen immer wieder mal ins Wasser getaucht. Langsam aber sicher kahm die Kocherei damit in Gang. Auch heute brauchten wir unsere üblichen 2 Stunden fur Frühstück, Packen und Landcruiser starten. Nach kurzer Fahrt kahmen wir am Lager von Shane, Kyle und Elaine Taylor vorbei. Nach kurzer Unterhaltung haben wir uns dann entschieden zusammen die Calvert Ranges zu besuchen. Bei WP 48 passierten wir Murray Rankin's Handkarren. Der arme Teufel hat versucht die CSR mal zu Fuß zu durchqueren. Wir haben noch ein paar Spaßvideos und Photos gemacht und weiter ging es. Nächster Stop war Well 16 WP 49. Nicht viel zu sehen und gescheites Wasser gab es auch nicht. Bevor man zu Well 16 kommt kommt man erst an eine Kreuzung an der man links fährt. Hatte vergessen diesen WP 50 aufzuzeichnen. Bei WP 51 erreichten wir die Abzweigung zu den Calvert Ranges und hier mußten wir rechts fahren. Vor Well 16 hatten wir auch mal ein Kamel vor uns auf dem Track. Aber obwohl ich ziemlich flott gefahren bin wollte sich das Biest nicht in die Büsche schlagen.
Selbst bei 35 Km/h konnte es noch mithalten. Whärend wir dann bei Well 16 rumlümmelten hatte es sich einen Vorsprung rausgaloppiert und jetzt nach ½ Stunde sahen wir es ca. 1 Km entfernt im Gebüsch. Die Fahrt zu den Calvert Ranges war schon etwas mehr nach meinem Geschmack. Mußte auch den Reifendruck runterlassen damit die ich mir die Kupplung nicht verschmorrte. Gegen Mittag erreichten wir ein großes Camp aber es war schon eine große Gruppe da. Ein gut informierter Camper gab uns ein paar Tips wo man noch seinen Swag aufstellen kann und jetzt campen wir hier WP 54. Es wurde uns auch noch erklärt, daß die Calvert Ranges mittlerweile gesperrt sind und nur noch für Rangers, unseren etwas dunkleren Mitbürgern oder zu Forschungszwecken zugänglich sein sollen. Shane und Hans haben sich aufgemacht um etwas Feuerholz zu holen. Philip und ich haben erst mal eine Runde aufgelegten Schafkopf gespielt. Wie das so ist wenn mehrere Parteien ein Camp teilen wird geguckt was die Anderen so machen und so standen nach einiger Zeit Shane und Kyle hinter uns um uns beim Kartenspielen zuzuschauen. Wir haben auch dann rausgefunden, das was in BRD Skat genannt wird würden die beiden 500 nennen. Gegen 14:00 machte ich mich alleine auf um ein paar Felsmalereien zu suchen. Ich mußte ca. 20 Minuten wandern und mich dann links halten. Es war ein altes ausgetrocknetes Flußbett und es waren noch ein paar Pfützen übrig. Es gab einige schöne Felsmalereien zu sehen. Ich wanderte noch ca. 1 Km den Flußlauf aufwärts um dann umzukehren. Die Felsmalereien waren nur am Anfang. Ich mußte mich aber wieder auf den Rückweg machen den heute abend stand Calderetta auf dem Speiseplan. Gegen 15:30 war ich zurück im Camp und die Zeremonie konnte starten. Der Rest der Meute spielte Yatzee. Nach dem Abendeßen war Damper angesagt. Wir machten 2 davon um zu probieren welches besser schmeckt. Wir hatten jede Menge glühende Kohlen und so sollte unser Damper doch gelingen. Als die Sonne unterging wurden die Felsen von rötlichem Licht angestrahlt. Dieser warme Ton war phantastisch und ich konnte mich nicht sattsehen daran. Digitalphotos kosten ja so gut wie nichts und so habe ich meine Olympus ziemlich strapaziert. Abends saßen wir ein paar Stunden am Lagerfeuer und jeder gab ein paar Geschichten zum Besten. Mein Damper war leider nur der zweite Sieger aber ich konnte ein paar wertvolle Tips aufschnappen. Philip meinte unsere Camps sind wesentlich besser als die Schulcamps. Na das ist doch ein voller Erfolg.

Tiefste Temperatur nachts = 3.9 oC





7. Tag    13-07-2007

Heute morgen sprangen wir wie üblich um 06:00 aus unseren Decken. Klingt zwar früh aber der 747 Pilot und seine Familie waren noch schneller da sie die Rundfahrt um diesen Teil der Calvert Ranges machen wollten um noch einige der Felsmalereien, und ein paar andere Plätze, auskundschaften wollten. Hans war kein großer Fan davon und ich hatte mich ja am Vortag schon mal zu Fuß durch die Büsche geschlagen und so ließen wir diesen Teil einfach sausen. 20 min nach Shane verließen wir das Camp und waren auf dem Rückweg zur CSR. Es begegneten uns jede Menge Autos die jetzt in die Calvert Ranges einfuhren. Die Sperrung scheint sich noch nicht so richtig rumgesprochen zu haben aber wir wußten es ja auch nicht. Nachdem wir schon wieder ein Weilchen auf der Hauptstrecke waren tauchte hinter uns Shane mit seinem Hilux auf. Jetzt war es wieder eine Gruppenreise. Da mittlerweile der Landcruiser auf den Minidünen und Bodensenken rumsprang wie ein wildgewordener Ziegenbock mußte ich den Druck der "Polyair bellows" etwas ablassen. Links von 40->28 PSI und rechts von 49->38 PSI. Die unterschiedlichen Drücke weil auf der rechten Seite wesentlich mehr Gewicht gelagert war als auf der Linken. So um 10:30 erreichten wir "Cannings Cairn" WP 55. Nach ein paar Minuten waren wir wieder auf dem Weg nach Durba Springs und laut Berichten soll das ein wunderschönes Fleckchen sein um seinen Swag aufzustellen. Wir kahmen dann zu einer Kreuzung WP 56 und hatten 3 Wege zur Wahl. Links die CSR, geradeaus Durba Springs und links zu den Killagurra Quellen wo es gute Felsmalereien zu sehen geben soll. Ich konnte Hans (Shane fuhr direkt zu Durba da er Wasser faßen mußte) überreden zuerst zu den Felszeichnungen zu fahren und so ging es erst mal links. Nach ca. 10 - 15 min über Stock und Stein kahmen wir dann am Ende des Weges WP 57 an. Zu unserer Überraschung waren da schon ein paar Camper und besetzten den Platz. Ein Gespann aus Prado, Campinganhänger, Großvater, Vater und Sohn. Wir hatten die schon an Murray Rankin's Cart getroffen. Wir unterhielten uns ein Weilchen und haben in Erfahrung gebracht, daß der Campinganhänger keine Probleme bereitete. Bis jetzt wenigstens. Eigentlich ein herrliches Fleckchen zum Campen aber nicht genug für 2 Parteien. Im äußersten Notfall für 3 Autos geeignet aber es sollte schon die gleiche Gruppe sein den es war zuwenig Platz um genügend Abstand zu seinen eventuell unbekannten Nachbarn zu nehmen. Hans unterhielt sich mit dem alten Herrn, Philip spielte in dem kleinen Bächlein und ich machte mich auf den Weg um die Felszeichnungen zu suchen. Nach 10 min konnte ich die Ersten auf der linken Seite ausmachen. Was ich aber suchte war eine bestimmte Malerei die wie ein Außerirdischer aussehen soll. Die Suche ging weiter und ich wollte schon umkehren da ich nicht massig Zeit hatte als ich ein paar Stimmen hörte. Ich beschloß zu warten und zu fragen ob es noch weit war da ich mir sicher war das die Unbekannten auf der gleichen Suche waren. Es waren Vater und Sohn vom Pradogespann und erzählten mir, daß ich mich auf der anderen Seite wieder auf den Rückweg machen sollte und ich würde es dann schon finden. In meiner Duseligkeit bin ich daran vorbeigelaufen. Ich latschte also zurück und Bingo da waren sie. Wenn man weis wo die Dinger sind nicht zu übersehen. Gleich am Eingang der Schlucht aber auf der rechtenSeite. Gerade gegenüber wo ich die ersten Malereien entdeckt hatte. Es ist schon ein erhabenes Gefühl vor Zeugen einer vergangenen Kultur zu stehen. Ob auf Kreta oder im australischen Busch spielt dabei keine Rolle. Ich machte mich danach wieder auf den Rückweg und am Auto angelangt meldete sich die Natur und drängte mich ein nicht aufzuschiebendes Geschäft zu erledigen. In dieser Ecke aber war es verdammt schwer einen Flecken zu finden der weich genug war um wenigstens eine Hand breit zu graben. Ein Königreich für einen anständigen Pickel. Wir zogen dann weiter zu den Durba Springs. Nach Ankunft erzählte Hans Shane & Kyle wie es bei den Kirragulla Springs so aussah und die 3 waren sofort Feuer und Flamme. Ich konnte Hans überreden in Durba WP 58 zu bleiben. Jede Menge Platz, Toiletten und Gras wo man seinen Swag aufstellen kann. Den Nachmittag verbrachten wir dann mit Waschen, Duschen und Hans führte ein paar Reparaturen an der Inneneinrichtung seines Pajeros durch. Als Waschmaschine benutzte ich einen Esky der schon leckte und daher schon nutzlos war. Als Duschkabine spannte ich 2 Plastikplanen um einen Baum und wunderbar. Endlich nach 8 Tagen wieder mal eine Ganzkörperreinigung. Leider war der Platz auch sehr beliebt und es waren bestimmt mehr als 20 Autos da. Es gibt jede Menge Wasser und ich füllte damit einen der 2 70l Wasserbehälter auf. Dieses Wasser wurde dann nur noch zum Waschen, Spühlen und was sonst noch so anfiel verwendet. Der zweite Behälter war noch voll und so hatten wir überhaupt keine Wassersorgen. Das Wasser schleppten wir in Eimern vom Anfang des Quellenbächleins zu unserem Auto welches leider am anderen Ende des Platzes war. Dann wurde es mit einer kleinen Tauchpumpe in den Tank gepumpt. Am späten Nachmittag kahm eine große Gruppe von 5 4WDs mit Anhängern an und machte sich neben uns breit. Slim Dusty und Country Musik bis es zu den Ohren rauskahm und einige Mitglieder fingen an zu streiten und ich dachte schon es gibt eine Schlägerei. Was wieder einmal zeigt, daß man solche Touren eigentlich mit Minimumbesatzung durchführen sollte da es selbst unter besten Freunden mal eng werden kann. Wenn dann ein lose zusammengewürfelter Haufen auf die CSR losgelassen wird ist Streit eigentlich schon vorprogrammiert. Was ich noch bemerkt hatte war ein Auto das nahe am Wasser campte. Der Fahrer marschierte einige Male mit Eimern landinwärts und verschüttete den Inhalt. Der hat mit Sicherheit am Wasser einen Ölwechsel gemacht und geschluddert und jetzt wurde der Beweis verscharrt. Es ist in solchen Fällen immmer schwierig einzuschätzen was man machen soll. Da ich ein Satellitentelefon dabei hatte hätte ich eigentlich die Sachlage dingfest machen sollen und die Polizei rufen. Obwohl keiner perfect ist, ist es eine riesen Schweinerei an so einem Platz Ölwechsel zu machen. Zumal es absolut nicht notwendig ist. Wer mit frischem Öl loszieht braucht unterwegs höchstens mal nachzuschütten und selbst dann würde ich sagen hat er ein Auto mit dem solche Fahrten nicht gemacht werden sollten. Ich entschied mich aber dann doch nicht einzuschreiten da so ein Ärger leicht aus dem Ruder laufen kann und bei so vielen Leuten am Platz weis man nie wer zu wem hält wenn es hart auf hart kommt. Zum Abendessen gab es Steak mit jeder Menge Knoblauch.

Tiefste Temperatur nachts = 10.5 oC





8. Tag    14-07-2007

Heute Morgen verließen wir Durba Springs mit der Absicht soviele Km wie möglich zurückzulegen, da sonst unsere Zeitplanung etwas aus dem Ruder läuft. Unsere erste Entscheidung in dieser Hinsicht kahm an der Abzweigung zu Diebel Hills & Springs WP 59. Da es ein ziemlicher Umweg gewesen wäre entschieden wir uns weiterzufahren. Der weitere Weg war bis jetzt noch leichtes Fahren und nach einem Weilchen kahmen wir wieder zu einer Kreuzung WP 60. Links CSR und rechts zur Well 18 WP 61. Wir fuhren zu Well 18 und hier stellten wir fest, daß dieser Brunnen restauriert wurde und das Wasser sehr sauber war. Einige Leute schöpften auch Wasser und meinten es hätte doch einen leichten Hauch von Salz aber ich kann dies nicht bestätigen da wir ja noch sehr gut eingedeckt waren mit Trinkwasser. Andererseits warum sollte sich jemand die Mühe machen und einen Brunnen zu restaurieren wenn das Wasser dann doch nicht trinkbar ist. Wer allerdings Apollinaris oder Perrier erwartet dem ist eh nicht zu helfen. Als nächstes kahmen wir zur Abzweigung zu Terrace Hill WP 62 da wir aber knapp bei Zeit (Kasse auch) waren, entschieden wir uns zur Weiterfahrt. Whärend der Weiterfahrt sahen wir immer wieder mal schöne Plätze um ein Lager aufzuschlagen. An geeigneten Lagerstellen besteht kein Mangel aber man weis eben nicht ob die gerade 50 Km auseinander stehen oder ob das Nächste gerade um die Ecke ist. So ca. 13:00 kahmen wir zu Savoury Creek Crossing WP 70. Wir dachten dies wäre eine von verschiedenen Stellen um den Seitenarm des Salzsees zu überqueren aber es war die einzige Stelle die wir gefunden hatten. Auf der CSR ist mir aufgefallen, daß es so viele irre viel Abzweigungsmöglichkeiten gibt und es sprengt den zeitlichen Rahmen alle auszukundschaften. Man stellt aber fest, daß meistens eine Abzweigung in einem Lager endet oder wenn man 2 Wege sieht die gleich gut befahren aussehen dann laufen die nach spätestens 1 Km wieder zusammen. Jetzt waren wir in der Gegend von "Lake Disappointment" und man kann unschwer erkennen woher der Name kommt. Als nächstes kahm wieder eine Gabelung WP 74 und wir schlugen die falsche Richtung ein. Hier ging es zu Lake View WP 73 und wir mußten zurück zu WP 74 und den linken Track (von Süden kommend) nehmen. Als nächstes kahm die Abzweigung zu Well 20 WP 75. Da es aber eine Sackgasse war und somit ein Umweg mit Zeitverlust fuhren wir weiter. Auf der Weiterfahrt sahen wir um WP 76 wieder ein paar gute Camps. Dann kahmen kurz hintereinander ein paar Gabelungen WP 77 bis WP 79 und glücklicherweise hatten wir immer den richtigen Riecher und schlugen die richtige Richtung ein. Da hätte man sich so richtig verlaufen können aber irgendwann merkt man es schon wenn man im Kreis fährt. Nächste Entscheidung kahm bei WP 80. Es gab auf der Karte 2 Alternativen die man fahren konnte und wir entschieden uns für die linke Route weil kürzer. Es schien mir aber nach einer Weile, das unser Track nicht sehr frequentiert wurde. Es war leicht zu fahren aber Spinifex ohne Ende und hier ein vernünftiges Camp zu finden wird nicht leicht sein. Obwohl unser Weg auf der Karte der Kürzere Weg war glaubten wir nicht mehr, daß wir vor einbruch der Dunkelheit einen brauchbaren Platz finden würden. Wir mußten aber weiterfahren denn schlimmer konnte es nicht kommen. Stimmte aber nicht ganz da es auch noch zu nieseln anfing. Ich dachte schon es fängt an zu schütten und irgendwie müßen wir im Auto schlafen. Wenigstens einer den für meinen Sohn und mich wäre beim besten Willen kein Platz gewesen. Jetzt war die Zeit wo wir reif waren für den erstbesten Platz. Kurz vor 17:00 kahmen wir an eine weitere Abzweigung WP 81 die rechts zu Well 22 führte und links eine Abkürzung zu den Bergen die in der Ferne zu sehen waren. Wir nahmen die Abkürzung da uns dies schneller in Richtung Berge bringt den da war die Chance größer einen geeigneten Platz zu finden. Obwohl diese Abkürzung nur 4 Km zu fahren war waren wir vielleicht die ersten 4WDs in dieser Saison. Die Länge der Grashalme die mitten im Weg standen ließ dies vermuten. Nach 4 Km kahmen wir zu der erwarteten Kreuzung zwischen CSR und Abkürzung. Es stand sogar ein Hinweisschild da WP 82. Wir fuhren lenks in die CSR ein und hofften, daß wir bald ein geeignetes Camp finden würden. Nach kurzer Strecke sahen wir ein weiteres ausgebranntes Fahrzeug WP 83. Es war zwar ein Unglücksort für den armen Teufel dem hier die Karre abgebrannt war aber nebenan ließ sich den Umständen entsprechend ein Swag ganz gut aufstellen. Wir richteten uns auf's Nötigste ein, ein Happen zum Abendessen und Philip war schon um 18:00 in der Koje. Da es mittlerweile auch aufgehört hat zu regnen haben Hans und ich uns noch einen Sherry genehmigt und noch einen und noch einen bis dann die Flasche leer war und dann hatten wir auch die nötige Bettschwere. Der Vorteil war das wir am nächsten Morgen nicht viel zum Einpacken hatten und es schnell weiterging.

Tiefste Temperatur nachts = 8.5 oC





9. Tag    15-07-2007

Heute Morgen ging es früh los da wir ja nicht viel zu packen hatten. Kein Regen in Sicht, nur ein paar Wölkchen. Nach ca. 10 min kahmen wir zu einer Kreuzung WP 84 wo es links zu Georgia Bore WP 85 und rechts zur CSR. Die Ironie des ganzen war, wären wir letzte Nacht die paar Meter noch gefahren hätten wir einen schönen Platz gehabt. Allerdings genützt hätte es auch nicht viel den so schlecht war der Platz letzte Nacht nicht und es war ohnehin schon spät als wir ankahmen. Der Brunnen hatte eine Pumpe installiert und wenn 2 Mann da kräftig zulangten dann gab's anständig kühles Naß. Als nächstes kahmen wir zu einer Abzweigung WP 86 an der man sich rechts halten mußte um zur CSR und dem fuel dump zu kommen. Well 23 WP 87 lag wieder an der CSR. Wenn man hier links abbog ging es zum fuel dump WP 88 der ja etwas abseits der Strecke lag. Obwohl wir da keinen Sprit bestellt hatten mußten wir uns natürlich das Treiben ansehen gesetzt den Fall, daß jemand da war. Es war auch eine große Reisegruppe eines Tag Along tour operators anwesend. Vielleicht gehört es zur CSR Romantik dazu aber mir war es schon lieber an daß wir uns für die Tanke an Well 33 entschieden hatten. Weiter ging es, wie auch anders, zu einer weiteren Kreuzung WP 89. Links CSR und rechts Well 24. Well 24 WP 90 war ein Brunnen mit brauchbarem Wasser aber nur mit filtern und eventuell Tabletten. Jedenfalls sah ich das so. Wie aber schon oft erwähnt kahmen wir nie in diese miesliche Lage wo wir uns zwingen mußten Wasser zu verwenden bei dem man eigentlich die Nase hochzieht. Hier war auch ein riesiges areal um die Nacht zu verbringen und ein anständiges Feuer anzuzünden. Wir aber hatten noch einige Stunden Zeit und fuhren weiter zur Abzweigung an WP 91. Links ging es weiter auf der CSR und rechts führte der Track zu Windy Corner. Nach einem Weilchen hatten wir einen unserer zahlreichen Bierpausen auf einem weiten "gibber" Feld. Ich habe für diesen Ausdruck mal eine Definition aus einem Online Thesaurus hier reinkopiert:
Gibber = a desert pavement is a desert surface that is covered with closely packed, interlocking angular or rounded rock fragments of pebble and cobble size. Two theories have been proposed for their formation. According to one theory, they form by the gradual removal of the sand, dust and other fine grained material by the wind and intermittent rain. A more recent theory proposes that they form as a consequence of the entrapment and later movement of dust below the coarse fragments. With time, this material gradually accumulates and is also modified by soil-forming processes. Ultimately, a fine-grained desert soil is found immediately below a one or two-clast layer of clasts (the pavement) but above the original substrate in which the soil formed, representing a form of cumulate soil formation. Frequently the stones are polished by the abrasion of wind-borne dust and may even be shaped by the wind, becoming ventifacts. Desert pavement surfaces are often coated with desert varnish. In Australia the desert pavement is called The Gibber.
Wer damit nichts anfangen kann: Der Boden ist Kilometer weit mit kleinen rundlichen Steinen übersät. Wer vielleicht an der Grenze von Marokko & Algerien schon mal in der "schwarzen Wüste" war kann sich das gut vorstellen nur das die Steine hier mehr das typisch australisch rostrot tragen. Es fuhr eine Gruppe von 6 Autos an uns vorbei und ich erinnerte mich daran, daß ich ja meinen jungen Herrn auch ab und zu fahren lassen wollte und so tauschten wir die Sitze als wir weiterfuhren. Wie wir dann weiterfuhren waren wir auch gleich an Well 25 WP 92. Es mußten natürlich ein paar Bilder gemacht werden und weiter ging es. Philip meisterte seine erste Sanddüne mit Bravour und auch sonst fuhr er ganz gelassen durch den Busch. Nach einer weiteren Sanddüne rief uns Hans zurück da er einen Teil seines Dachaufbaus verloren hatte. Wir hielten an und verbrachten erst mal ein Weilchen mit einsammeln von Containern und dem Gitterkäfig der sich gelöst hatte und dem wir den Schlammassel zu verdanken hatten. Er hatten den Käfig an 2 Stangen nur mit Kabelbindern festgezurrt und im Nachhinein war es verwunderlich, daß nicht schon früher alles auseinanderfiel. Ich hatte aber Kabelbinder aus Edelstahl dabei und damit wurde dann das Problem gelöst. Weil wir schon dabei waren wurde auch der Rest der Ladung überprüft und das war gut so sonst hätten wir die nächste Misere heute noch gehabt. Was man bei solchen Touren unterschätzt ist die Schüttelei, Wackelei und Scheuerei der alles auf dem Dachgepäckträger ausgesetzt ist. Das macht die beste Verpackung mürbe. Ich hatte Feuerholz in Kartoffelsäcken dabei und die Säcke bekahmen schnell Löcher und ich mußte ziemlich viel Schnüre und Gurte um die Dinger spannen damit wir nicht immer wieder Holzstücke verloren. Alles in stabile Aluminiumboxen verfrachten wäre eigentlich das Beste aber auch die teuerste Lösung. Es kahmen uns 2 Autos entgegen und einer hielt an um nachzufragen was passiert ist. Es stellte sich heraus, daß die beiden aus dem Schwabenland stammten aber schon seit 1962 in Australien lebten. Wir schloßen unsere Reparaturen ab, schluckten ein VB und fuhren weiter. Bei Well 26 WP 93 trafen wir wieder ein paar Germanen. Es gab eine Gedenktafel an Alfred W Canning, dem Pionier der Canning Stock Route und ein Gästebuch in dem wir uns natürlich auch eintrugen. Auf der Weiterfahrt sah es aufeinmal aus als läge ein riesiger Felsblock mitten im Weg und ich wollte natürlich ausweichen. Als wir dann aber näher dran waren konnten wir sehen, daß es ein totes Camel WP 94 war. Der ganze Pelz war entweder weggebrannt oder abgeschürft und von weitem sah es eben wie ein Fels aus. Nicht lange danach waren wir schon an Well 27 WP 95. Als Brunnen gab es nicht viel her aber zum campen wäre es vorzüglich geeignet gewesen. Da es aber erst kurz vor 15:00 war fuhren wir weiter zu Well 28 WP 96. Auf dem Weg dahin gab es gute Aussichten aber der Hans hatte wieder mal Pech. Sein Problemreifen zickte wieder und er mußte alle 10 min halten und aufpumpen. Da wir aber bald zu nächtigen gedachten wollten wir nicht mehr Reifen wechseln sondern gleich am Camp flicken. Schließlich gegen 16:30 kahmen wir an Well 28 an und schlugen erst mal unser Lager auf. Es regnete wieder mal ein bißchen und so stellten wir die Autos nebeneinander und spannten eine Plane dazwischen um einen Unterstand zu schaffen. Es war eher ein leichter Nieselregen als das es richtig geschüttet hätte und allzulange dauerte es auch nicht. Wir konnten auch unser Lagerfeuer anzünden und das war immer die Aufgabe unseres jungen Brandmeisters. Die Reifenreparatur hoben wir uns für morgen früh auf.

Tiefste Temperatur nachts = 12.9 oC





10. Tag    16-07-2007

Letzte Nacht hat es doch durchgehend immer wieder mal geregnet. Ich mußte die Stoffklappe vom Swag hochziehen den sonst hätte ich trotz des Moskitonetzes immer den Regen ins Gesicht bekommen. Als wir aber gegen 06:00 aus den Federn krochen hatte es aufgehört und der Himmel klärte sich schon. Es war nur noch bewölkt. Nach dem Frühstück nahmen wir die Reifenreparatur von seinem Vorderreifen in Angriff. Der Reifen hat eigentlich vom 1. Tag an Luft verloren aber einmal am Tag aufpumpen war ok. Gestern aber dann hat die Luft dann endlich ein größeres Loch gefunden. Da es eine Spaltfelge war, war es relativ leicht den Schlauch rauszukriegen. Der Trick ist man geht kurz vor Antritt der Reise zum Reifenshop und läßt alle Reifen runternehmen und wieder neu aufziehen. Somit hat man dann unterwegs kein Problem mit angebackenen Reifen. Wenn sich so ein Reifenrand im Laufe der Jahre an der Felge so richtig festkrallt dann kann man von Glück reden wenn man das Ding mit drüberfahren endlich abkriegt. Ein neuer Schlauch wurde reingeschoben (der alte Schlauch war zu schlecht zum Reparieren) und schon konnten wir gegen 09:00 wieder weiterfahren. Nächste Station Well 29. Erst mußten wir uns wieder an einer Weggabelung WP 99 entscheiden welcher Weg zu nehmen ist. Es gab 2 Alternativen. Rechts über Thring Rd und links über Well 29 WP 100. Wir entschieden uns für Well 29 welches sich aber als ziemlich verlottert herausstellte und als camp auch nur wenn es sein muß. Also verbrachten wir nicht viel Zeit und fuhren bald weiter. Wir kahmen aber bald an einem Platz vorbei der sich wunderbar als camp WP 101 geeignet hätte. Auf dem Weg mußten wir wieder zahlreiche rote Sanddünen zu überqueren aber nichts wirklich Schwieriges. Ab und zu wurde der Untergrund wieder ziemlich steinig und die Landschaft wurde auch mal grün. Dies war aber nicht weil das Gras so fett und saftig war sondern es waren Büsche die wohl auch in der größten Dürre noch grün sind. Als nächstes gab es wieder mal ne Kreuzung WP 102 die rechts nach Nangabittajarra führte. Gerade an der Kreuzung stand auch wieder ein Kamel. Diesmal konnte ich ein paar bessere Bilder von dem Vieh ergattern und ich drückte meinem Sohn die Videocamera in die Hand. Es ist schon lustig ein Kamel vor sich herlaufen zu sehen und erstaunlicherweise schlagen die sich nicht unbedingt in die Büsche sondern traben auf dem Track vor sich hin. Wir fuhren dann etwas schneller und es fing an zu galopieren aber immer noch auf dem Track. Es dauerte ein Weilchen bis es sich aus dem Staub machte. Wir waren jetzt in einem Gebiet wo sich Dünenkamm an Dünenkamm reihte und in den Tälern gab es für CSR Verhältnisse ziemlich viel Vegetation. Kurz vor Well 30 WP 103 tauchten auch Bäume auf und wir mußten unsere Fahrgewohnheiten etwas ändern. Schließlich erreichten wir Well 30 welche aber wie so die meisten Brunnen nicht mehr viel hergab. Es gab aber einige schattige Plätzchen unter Bäumen und viel Platz um ein Zelt aufzustellen. Es war erst gegen Mittag und so beschloßen wir einen kleinen Abstecher zu einem Höhlensystem zu machen das nur ein paar Minuten an einem Seitenweg lag. Angeblich sollte es eine Höhle mit Wasser sein. Leider war es nur ein kollabiertes Loch im Boden und man konnte nicht viel sehen. Vom Parkplatz am Ende des Weges war es auch schlecht zu sehen und man mußte ein bißchen suchen. In Fahrtrichtung links ca. 100m entfernt suchen und dann findet man es. Enttäuscht fuhren wir zu Well 30 zurück um Mittag zu machen. Als wir so am mampfen waren kahm uns von Norden ein PC75 entgegen. Kein Dachgepäckträger, wenig Gepäck und 2 Burschen drin die aussahen wie Rangers. Hmm dachte ich mir hoffentlich gibt das keinen Ärger. Es stellte sich aber raus, daß es Ralf und Werner waren. Nicht das ich Sie gekannt hätte aber so stellten Sie sich vor. Werner war mit 79 ein Ingenieur im Ruhestand und wohnte in NSW und Ralf aus Deutschland nur seine Reisebegleitung da Werner nicht gerne alleine durch die Gegend kutschieren wollte. Die Beiden waren schon ein lustiges Gespann. Ralf, mit 45, jammerte ein bißchen weil Werner noch so viel Energie an den Tag legte, daß er Mühe hatte mit Ihm mitzuhalten. Werner hatte auch einen PC75 mit Direkteinspritzer Dieselmotor und zeigte uns seine Verbrauchswerte. Phänomenal kann ich nur sagen und ich dachte meiner wäre eigentlich gut im Verbrauch. Allerdings fahre ich immer mit mehr Ladung als Werner. Was er aber noch nicht kannte war ein Dieselmotor der mit Gas lief. Da mußte ich schon die Motorhaube aufmachen und Ihm ein paar Erklärungen liefern. Leider fuhren die Beiden in die falsche Richtung und so trennten wir uns bald wieder. Wir fuhren weiter und an der Kreuzung zu Nurgurga Soak WP 105 mußten wir wieder auf Hans warten da ich ja doch etwas flotter war als er. Als nächstes kahm wieder eine Kreuzung WP 106 wo wir rechts fahren mußten um zu Well 31 zu kommen. Well 31 WP 107 war nur ca 200m von einer weiteren Abzweigung WP 108 entfernt wo wir einen wunderbaren Platz für unser Lager fanden. Das Camp WP 109 war nur ein paar Meter entfernt. Es war 16:00 und die Zeit war gerade richtig um den Swag aufzustellen, ein Lagerfeuer anzuzünden und im Flammenschein ein paar Geschichten zum besten zu geben. Da es schon ziemlich frisch war machten wir uns noch einen Grog. Rum und Kandiszucker war auch noch reichlich da.

Tiefste Temperatur nachts = 4.3 oC





11. Tag    17-07-2007

Heute Morgen verließen wir unser excellentes Camp bei Well 31 mit der Erwartung bis Well 33 und Kunawarritji Station zu kommen um unsere mageren Spritvorräte aufzufüllen. Nach ca. 6 Km wir kahmen an eine Verzweigung an der die Abkürzung WP 110 an der wir gestern vorbeifuhren wieder an die CSR einmündete. Weiter ging es in Richtung Well 32. Wir passierten ein weiteres gutes Camp WP 111. Dies war auch Well 32 nur fand ich das erst hinterher raus. Unnötig zu erwähnen, daß Well 32 nicht viel hergab. Wir entschieden auch die 2 Km Umweg zu Mullowa native well zu fahren WP 112. Mir scheint native well heißt "da gibt es Feuchtigkeit irgendwo" aber nicht gleich eine Wasserlache. Wir fuhren weiter in Richtung Well 33. Laut Info sollte jetzt die Rüttelei so richtig losgehen. Ca. 20 Km vor erreichen sahen wir schon das Hinweisschild WP 113 zur Kunawarritji Station. Es stand uns jetzt ein quälendes Kriechen bevor aber kurz vor 12:00 waren wir dann an der Tanke WP 115. Jetzt war ein guter Zeitpunkt um Zuhause anzurufen und mitzuteilen das wir es bis hierher geschafft hatten. Erst probierte ich das öffentliche Telefon aber es funktionierte nur in eine Richtung. Ich konnte alles verstehen aber die Gegenseite konnte mich nicht hören. Also nahm ich das Satellitentelefon um kurz Hallo zu sagen da die Tankstelle ab 12:00 geschloßen wurde und ich keine Lust hatte 3 Stunden zu warten bis sie wieder geöffnet hat. Ich tankte 124 l Diesel, kaufte im Laden noch Brot und ein paar Souvenirs und bezahlte meinen Obolus. Da das Telekom Telefon nicht richtig funktionierte ließ mich die Managerin das Bürotelefon gegen eine kleine Gebühr benützen. Ich mußte erfahren daß meine Frau seit einer Woche krank war und es Ihr auch jetzt noch nicht gut ging. Ich konnte Ihr aber ausser moralische Unterstützung nicht viel mehr bieten. Wir duschten noch für $5.00 pro person. Die Dusche war wirklich nur was für den Notfall aber fairerweise muß man sagen, daß man uns erst mal die Dusche besichtigen ließ bevor wir es in Anspruch nahmen. So gegen 13:00 waren wir schon wieder unterwegs. Bei Well 33 WP 116 machten wir halt um eine Mittagspause einzulegen. Hier gab es auch eine Windmühle die Wasser in einen großen Tank pumpte. Es scheint mir sehr gutes Wasser zu sein aber wir brauchten ja keines. Es ließ sich auch ein Dingo blicken und dieses Exemplar sah ziemlich wohlgenährt aus. Entweder er konnte ziemlich viele Abfälle absahnen oder er wurde immer wieder mal von Touristen gefüttert den er zeugte keine große Scheu. Er näherte sich aber nur bis auf ca. 50 m. Schließlich fuhren, oder besser gesagt rüttelten und schüttelten, wir weiter. Nach ca. 15 Km erreichten wir das Kunawarritji Schild WP 117 auf der Nordseite der CSR. Etwas weiter erreichten wir wieder eine Abzweigung WP 118 und hier führte eine Stichstraße zu Well 34. Wir entschieden uns aber weiterzufahren da bei den Strassenverhältnissen eine Strecke von 12 Km eine erhebliche Verzögerung bedeutet hätte. Ich muß auch zugeben seit ich wußte das meine Frau krank Zuhause rumlag wollte ich nur noch die nötigsten Ziele anfahren um zügig voranzukommen. Es hatte keinen Sinn zu hetzen aber trödeln wollte ich auch nicht. Nach ein paar Km kahm wieder eine Kreuzung WP 119. Links war die Weiterfahrt auf der CSR zu Well 35 und rechts ging es zur Gary junction. Wir fuhren also links. Jetzt waren wir auf der Suche nach Well 35 und einem Camp den viel Zeit bis Einbruch der Dunkelheit hatten wir nicht mehr. Erst gab es wieder mal eine Kreuzung WP 120 und wir entschieden uns für den Weg geradeaus. Weis der Teufel wo es links hinging. Richtig geraten den wir erreichten auf dem Weg Well 35 WP 121. Nach einiger Rumkurverei fanden wir auch einen guten Platz für heute Nacht WP 122 nicht weit vom Stoßdämpferfriedhof entfernt. Irgendjemand hatte mal angefangen einen kaputten Stoßdämpfer in die Erde zu stecken und es gab dann eben jede Menge Nachahmer. Ganz gut als Erinnerung daran wo man war, auf welchen Strecken man rumfuhr und das man im Notfall auf sich selbst angewiesen war. Wir stellten also unsere Schlafgelegenheiten auf und unser Brandmeister kümmerte sich um das obligatorische Lagerfeuer. Hans und ich spielten zur Zerstreuung noch Karten und kochten einen Glühwein den es war schon etwas frisch geworden. Der mundete so vorzüglich, daß nach 21:00 der ganze Cask (4liter) weg war.

Tiefste Temperatur nachts = -0.6 oC





12. Tag    18-07-2007

Der heutige Morgen startete mit Kopfweh. Leider hatte ich am Vorabend den größten Teil des Glühweins für mich beansprucht. Da mußte ein Reparatursaidel her und tatsächlich nach dem Zweiten ging es mir schon viel besser. Trotz der schlechten Startbedingungen schafften wir es auch heute wieder gegen 08:00 das Camp zu verlassen. Erste schwere Entscheidung des Tages war ob wir bei WP 123 rechts oder geradeausfahren sollten. Wir fuhren geradeaus aber wir endeten in einer Sackgasse. Gut geeignet als Camp aber trotzdem Sackgasse. Also zurück und den anderen Weg nehmen. Als nächstes wieder eine Abzweigung WP 124 wo es geradeaus zu Well 36 ging und rechts einen Umweg bedeutete. Kurz vor Well 36 dann wieder eine Kreuzung WP 125 an der der bessere Weg links geht aber geradeaus auch zum Ziel führt. Dies hier ist ein richtiger Irrgarten aber man kommt immer auf den richtigen Weg, wenigstens mit dem richtigen Fingerspitzengefühl. An der nächsten Abzweigung WP 126 hielten wir uns nordwärts. Nächster Stop war dann Well 36 WP 127. Wir ließen Well 36 bald hinter uns und nach ca 1 Km kahmen wir wieder mal an eine Kreuzung WP 128 ohne jegliche Wegmarkierungen. Ich dachte also laut Karte geht es rechts weiter zu Well 37 und links ist nur eine alternative Strecke die auch auf der Karte eingezeichnet war. Also fuhr ich rechts und Hans folgte mir wie meistens. Es sollten so 20 Km bis Well 37 sein aber nichts dergleichen ließ sich blicken. Wir passierten noch 2 komische Gebilde WP 129 & WP 130 bis wir eine weitere Kreuzung WP 131 erreichten. Nach langem Hin und Her entschieden wir uns den rechten Weg zu nehmen. Wir irrten noch einige Zeit umher bis wir an eine Kreuzung WP 132 mit einem Schild "10 Km bis Well 35" kahmen. Wir sind im Kreis gefahren. Das wir uns verfahren hatten wußten wir ja mittlerweile aber wo wir in dem Irrgarten genau waren wußten wir nicht. Hans hatte auch den besseren Riecher und irgendwann meinte er "wir sind wieder auf der CSR hier waren wir schon mal und wir sind richtig" aber ich hatte so meine Zweifel. Der alte Haudegen hatte es mir wieder mal gezeigt trotz meiner Karten und GPS. Ich wäre ja am liebsten den ganzen Weg wieder zurückgefahren bevor wir die Orientierung ganz verloren. Hans hat aber darauf gedrängt weiterzufahren und als wir dann nahe an WP 123 waren hab's auch ich erkannt. Da ich ohnehin ein bißchen Sand von der CSR mitnehmen wollte konnte ich das genausogut hier tun. Wir fuhren weiter, hielten nicht mehr an Well 36 und diesmal schlugen wir an der verhängnisvollen Stelle die richtige Richtung ein. Der Track zu Well 37 war ziemlich holprig und der Landcruiser sprang rum wie ein wildgewordener Ziegenbock. Der Weg ging jetzt immer entlang der Dünenkämme und ich hoffe es geht nicht so weiter sonst kommt unser Zeitplan hoffnungsvoll in den Rückstand. Heute legten wir 129 Km zurück sind aber nur 53 Km vorwärts gekommen. Der langsamste Tag bis jetzt. Unser Camp WP 137 muß ziemlich nahe an Well 37 sein aber das werden wir morgen früh rausfinden. Die 22 Km von Well 36 bis zu unserem Camp waren so rauh, daß ich fast den ganzen Autoinhalt wieder neu packen mußte weil mir Kisten teilweise fast in den Rücken gekracht sind. Heute nacht wird es wieder kalt aber im Swag merkt man davon nichts und ich glaube bis -10.0 Co dürfte es in so einem Ding überhaupt keine Probleme geben. Was mir zu schaffen machte war die Kopfhaut. Ich hatte mir nämlich zum Anlaß der CSR eine Glatze zugelegt und so war es mir ohne Kopfbedeckung nachts ziemlich kalt im Oberstübchen. Kein Problem den ich hatte in weiser Voraussicht 2 Beannies mitgenohmen. Aber die wurden mit der Zeit etwas warm. Also fast jede Nacht ein paarmal an und ausziehen. Jetzt heißt es aber erst mal zum angenehmen Teil des Abends übergehen.

Tiefste Temperatur nachts = 2.4 oC





13. Tag    19-07-2007

Heute morgen sah alles nach schnellem Abflug aus. Leider mußte ich feststellen, daß ich einen Platten hatte. Vorne links der Reifen war platt. Ich hofte noch es wäre vielleicht nur die Luft ausgegangen und ich pumpte mal auf. Die Luft schien sich zu halten und ich glaubte an mein Glück und wir fuhren los. Wir setzten unsere Suche nach Well 37 fort da wir gestern dabei kein Glück hatten. Wir kahmen zu einer großen freien Fläche welche sich auch gut als Camp geeignet hätte aber kein Well 37. Wir gaben schließlich auf und machten uns auf den weiteren Weg. An einer weiteren Kreuzung sahen wir dann ein Schild WP 138 das uns den Weg zu Well 37 wies. Wir wollten noch einen letzten Versuch wagen und siehe da wir waren am Well 37 WP 139. Weil wir schon da waren suchten wir auch noch nach ein paar alten Gräbern die sich in der Nähe befinden sollten und fanden diese auch nur ein paar 100 m entfernt WP 140. Wir zogen weiter nach Well 38 und der weitere Weg dahin verlief eigentlich recht Ereignislos was mir im Moment ziemlich recht war. Als wir uns Well 38 näherten sahen wir einen Motorradreifen WP 141 und einen Motorradrahmen drinnen aufgestellt. Da mußte ich an Rainer Rawer von www.outback-guide.de denken und ob der mit seiner KTM hier vorbeigefahren ist als er die CSR vor ein paar Jahren unsicher gemacht hat. Well 38 WP 142 war gerade dahinter und wir wunderten uns ob am Schild Well 38 wirklich Well 38 war. Es war felsig, steinig und knochentrocken wie auf dem Mars. Die kleine Schlucht daneben war schon eher sehenswert und wir wanderten ein bißchen darin umher. Nachdem wir wieder weiterfuhren erwarteten wir nach ein paar Km das eine Alternativstrecke wieder in die CSR einmündet. Wenigstens zeigte es die Karte so. Da wir davon aber nie was gesehen haben wunderten wir uns mal wieder ob wir auf dem richtigen Weg waren. Waren wir doch. Wir passierten wieder ein paar anständige Camps WP 143 auf der Fahrt und ich notierte mir natürlich deren Lage. Als nächstes kahmen wir an eine Kreuzung wo ein weg so gut war wie der andere WP 144. Wir wählten den rechten Track konnten aber hinterher sehen das beide gleichwertig waren den sie führten wieder zusammen. Dann änderte sich die Landschaft. Schroffe Absprünge und sehr felsiger Boden. Ein Guter Platz für einen Photostop WP 145. Als nächstes gab es wieder eine Gabelung WP 146 und nach eingehender Beratung entschieden wir uns geradeaus zu fahren. Leider war es der falsche Weg weil Sackgasse und wir mußten zurückfahren. So wie die Spuren liefen sind jede Menge andere Fahrer vor uns genauso wie wir darauf reingefallen. Auch wenn weit und breit kein Mensch zu sehen ist kann man feststellen man ist in bester Gesellschaft. Als nächstes kahm Well 39 WP 147 und wir hielten kurz da es Zeit zum Mittagessen war. Nachdem wir anständig gespachtelt hatten fuhren wir weiter und bei WP 148 fanden wir wieder ein geeignetes Camp. Leider zu früh aber wer weis dem einen oder anderen nützt es vielleicht zu wissen das ein gutes Camp gerade um die Ecke liegt. Nicht weit hinter Well 39 überquerten wir Tobin Lake. Jetzt konnten wir ein bißchen Gummi geben aber nur weil es trocken war. Man konnte aber noch die Wühlspuren sehen aus der Zeit als es noch matschig war. Am nördlichen Rand von Tobin Lake WP 149 gab es dann riesige Termitenhügel. Die waren so hoch wie Hans sein Pajero und vom Umfang her einige Meter. Als nächstes dann wieder eine Kreuzung WP 150. Rechts ging es zur well 40 und links weiter auf der CSR. Wir fuhren erst mal zu Well 40. Nach ein paar Km erreichten wir ein Camp und konnten auch eine Sandfahne sehen also war jemand da. Nachdem wir angehalten hatten konnten wir sehen, daß es einen großen Teich neben dem Camp gab. Da konnte man sein Zelt mit Blick aufs Wasser aufstellen WP 151. Das hatte ich bis jetzt auch noch nicht gesehen. Zum Schwimmen war es aber nix. Zuviele Algen am Ufer und blue-green algae kann ziemlich ekelhaft sein. Wir unterhielten uns etwas mit den anderen Campern. Da der gute Mann einen 80er Landcruiser hatte, und somit den gleichen Motor wie mein 75er, erzählte ich Ihm von meinem Mißgeschick und wie man es behebt. Hans erzählte weiter mit den Leuten und ich war auf der Suche nach Michael Tobin's Grabstein. Wir fanden diesen auch bei WP 152. Mittlerweile hatte mein Landcruiser ab und zu mal ein paar Aussetzer. Wahrscheinlich war der Dieselfilter nicht mehr so durchlässig aber wenn es schlimm kommt habe ich ja Ersatz dabei. Zurück am Camp hat mir der 80er Fahrer mal sein Handbuch geliehen damit ich mich schlau machen konnte. In meiner Duseligkeit hatte ich nämlich meines Zuhause vergessen. Der Weg nach Well 41 war wieder mal nicht so interressant. Das kann aber auch daran liegen, daß wir mittlerweile soviele Sanddünen überquert hatten das die Meisten keine Herausforderung mehr darstellten. Eigentlich sind die meisten Sanddünen reines Kinderspiel und nur ab und zu muß man mal genauer hinsehen. Wir gelangten zu WP 153 welcher die Kreuzung zu Well 41 war. Links ging es zu Well 41 und geradeaus weiter auf der CSR. Auf dem Weg rein nach ca. 2 Km konnten wir jede Menge guter Stellen für ein Camp sehen aber erst fuhren wir weiter zu Well 41 WP 154 damit wir am Morgen zügig aufbrechen konnten. Es war mittlerweile 16:00 geworden. Ich mußte auch feststellen, daß mein Reifen wieder ziemlich viel Luft verloren hatte. Ich pumpte nochmal auf damit wir wenigstens noch ein Camp suchen konnten bevor ich Reifen wechseln mußte. Am Camp angekommen hatte jeder erst mal so seine Arbeiten zu verrichten. Hans war eigentlich in schöner Regelmäßigkeit dabei seine Inneneinrichtung zu reparieren. Ich hatte da schon mehr Glück denn ich mußte nur ab und zu meine Kisten neu verstauen. Philip hatte in der Zwischenzeit schon ein Lagerfeuer angezündet. Abendessen war schnell den es war noch Reis übrig. Dann gab es unsere kalte Nächte Spezialität - Glühwein. Ich mußte auch noch mein Büro aufstellen, den jeden Abend wurden ja die Ereignisse des Tages festgehalten. Philip war am sprühen weil die Mücken so lästig waren und schließlich gab er auf und verkroch sich in seinen Swag. Heute Nacht lassen wir auch die Gaslampen durchbrennen den Hans konnte relativ frische Dingospuren entdecken und solange Licht brennt gehen die Viecher nicht zu nahe ran. Hans und ich saßen noch bei Glühwein am Lagerfeuer WP 155und wir sahen das es gut war. Als der Glühwein alle war gingen wir zu Bourbon mit Coca Cola über und das war besser. Als die Cola alle war nur noch Bourbon und das war am Besten.

Gute Nacht.

Tiefste Temperatur nachts = 0.4 oC





14. Tag    20-07-2007

Heute Morgen verließen wir das Camp schon gegen 07:00. Das bedeutet, daß wir eigentlich in der Lage sein sollten gut Km zu schruppen. Philip ist mittlerweile soweit daß er die Tage zählt bis wir wieder Zuhause sind. Heute Morgen ging es auch wieder mal weniger aufregend vonstatten. Die erste interressante Stelle an WP 156 war das nördliche Ende der Schleife die zu den Helena Springs führte. Die südliche Abzweigung hatten wir am Vortag ja verpaßt.was aber auch kein Wunder war da es anscheinend ein sehr wenig befahrener Track war. Wir passierten auch wieder ein schönes Fleckchen WP 157 für ein Camp aber das nützt uns vielleicht beim nächsten mal. Die Strecke zwischen Well 41 & 42 war der längste Abstand zwischen 2 Wells den wir bis jetzt zurücklegen mußten. Gleich hinter Well 42 WP 158 kahm Guli Lake. Wieder ein trockener See und man konnte zügig fahren. Leider dauert es immer nicht lange bis man am anderen Ende angelangt ist. Als nächstes gab es eine Abzweigung WP 159 zu einer Alternativstrecke aber wir fuhren rechts zu Well 43 WP 160. Es war schon eine Truppe mit ein paar Autos da und wir übten ein bißchen "small talk". Am Wasserloch tummelten sich Vögel die zur Tränke kahmen und wir sahen sogar einen Wellensittich. Die waren aber relativ scheu, sodaß ich nur einmal die Gelegenheit hatte ein gutes Bild zu schießen. Wir fuhren weiter zu Well 44. Zwischen 43 & 44 zeigte sich dann der Vorteil von Dieselgas. Es gab jetzt schon mal Dünenkämme bei denen ich 2 mal Anlauf nehmen mußte. Das lag aber daran daß ich meistens ohne 4WD über die Dünen gefahren bin. Ab und zu verschätzte ich mich und mußte eben 4WD und Gas zuschalten um es zu schaffen. Nur ein einziges Mal brauchte ich 3 Versuche aber auch nur weil ich beim 1. vergeblichen Versuch den richtig vertrackten Teil noch nicht sehen konnte. Ich kahm beim 2. Versuch dann zwar weiter aber mußte trotzdem einen 3. Anlauf machen. Mit Dieselgas hat man etwas mehr Drehmoment und das hilft ungemein wenn es kurz vor der Kuppe eng wird. Wer da schalten muß hat schon verloren. Es kahm auch noch dazu daß sich jetzt der teilweise blockierte Dieselfilter bemerkbar machte und mit Gas konnte man das gut ausgleichen. Eigentlich hätte ich es ja jetzt generel zugeschaltet gelassen aber dabei läuft der Motor mit höherer Temperatur und ich hatte ja immer noch keine Anzeigen. Bei Well 44 WP 161 machten wir erst mal Mittag. Als wir so ca. 2/3 des Weges zu Well 45 hinter uns hatten kahmen wir zu den "gravity lakes". Dies ist ein flacher Süßwassersee der aus einem Bohrloch entstanden ist. Eigentlich war man auf der Suche nach Öl aber was man anbohrte war eben Wasser. Es war erst mal nicht ersichtlich wohin der Weg führte. Man konnte ein paar Spuren sehen die geradewegs ins Wasser führten aber ich wollte nicht einfach blind hinterherfahren. Wir suchten mit Ferngläsern das andere Ufer ab konnten aber keine Spuren finden die auch wieder rauskahmen. Weil uns sonst nichts einfiel fuhren wir los und versuchten so nah wie möglich am Wasserrand entlang den See zu umfahren (rechts in Richtung Norden). Siehe da bei WP 164 ging es mit gut sichtbaren Tracks wieder weiter. Nicht weit von gravity lakes entfernt gab es wieder eine Kreuzung WP 165 und rechts ging es weiter auf der CSR und zu Well 45. Links nehme ich an mündete die Alternativstrecke ein die zwischen 42 & 43 abzweigte. Jetzt gab es wieder Rüttelstrecke und die damit verbundene Kriecherei. Seltsamerweise konnte man aber zwischendurch immer wieder mal 40 Km/h und mehr fahren. Wenn man es aber versäumte abzubremsen wenn es wieder rau wurde dann konnte man glatt denken die Karre fällt auseinander. Einige Male war der Weg von blühenden Wattle Büschen eingesäumt. Eine schöne Abwechslung. Kurz vor Well 45 kahmen wir zu einer Abzweigung WP 166 mit einem Schild "Shire of Halls Creek". Gerade mal 100 m rechts davon waren Well 45 und das Camp WP 167. Heute Abend gab es Calderetta und danach Glühwein den die Kälte konnte man schon ahnen und man muß ja vorbereitet sein. Am Campfeuer unterhielten wir uns noch lange und selbst Philip leistete einen guten Beitrag zur Unterhaltung. Er ist ja sonst eher ein ruhiger Typ.

Tiefste Temperatur nachts = 2.8 oC





15. Tag    21-07-2007

Wir verließen das Camp so gegen 07:30. Jedesmal wenn wir vor 08:00 aufbrachen war das ein Bonus. Entweder man konnte mal etwas längere Pausen machen oder man konnte mehr Km zurücklegen. Da es bis zu Well 46 WP 168 nur ca. 23 Km waren, waren wir ziemlich schnell da. Es gab da ein schönes Camp und das Wasser war glaube ich auch brauchbar. Es waren schon Leute da und wir unterhielten uns ein bißchen. Es wurde uns erzählt wir hätten eine gute Strecke mit jeder Menge Sanddünen vor uns. Hinter Well 46 bei WP 169 zweigte der Weg zu Well 47 ab. Wir entschieden uns für den anderen Weg. Nach ca. 20 Km machte der Track einen 90O Linksknick WP 170. Hier ging es dann so richtig mit den Sanddünen los. Allerdings müßte man eher sagen Sanddünchen. Bei WP 171 kahmen wir zu einer Art Tafelberg. Es ging ein kurzer aber steiler Weg zu einem kleinen Plateau wo man sein Auto parken konnte. Um aber einen wirklich tollen Ausblick zu haben mußte man noch eine Kletterpartie einlegen. Man wurde dann aber auch belohnt. Wenn man den Parkplatz wieder verläßt sollte man höllisch aufpaßen wenn man die kurze Steillage runterfährt. Da der kurze Weg nicht nur steil war sondern auch eine horizontale Neigung aufwies kahm ich ins Rutschen. Ich konnte zwar stoppen aber ich glaube eher weil mich die größeren Steine am Wefrand bremsten. Mein linkes Vorderrad ist da voll reingekracht und es war wieder mal ein Reifenwechsel fällig. Kein Problem den ich hatte ja noch 2 Stück zur Verfügung allerdings war mir nicht gerade wohl zumute das Auto in Schräglage aufzubocken und ein paar Meter fahren wollte ich auch nicht um den Reifen nicht noch mehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Ich glaube das Berglein wo das passierte war Mt. Romilly bin mir aber nicht ganz sicher. Kurz danach kahmen wir wieder zu einer Abzweigung WP 172 Hier fährt man geradeaus. Von links zweigte der Umweg zu Well 47 ein. Nach einiger Zeit konnten wir von weitem schon Breaden Hill erkennen. Sieht fantastisch von weiten aus und richtig majestätisch von nahem. WP 175 lag am Fuße des Berges gleich neben der CSR. Wir machten uns aber auf die Suche nach Breaden Pool. Man muß einen etwas rauhen Track rechts rum um Breaden Hill fahren und kommt dann an einen Parkplatz WP 174. Von hier aus muß man noch ca. 200 m zu Fuß zurücklegen und kommt dann an ein Wasserloch in der Form einer Aushöhlung. Das ist Breaden Pool. Wir machten Mittag und ein kaltes Bier hatten wir auch noch im Kühlschrank. Nun ging es weiter in Richtung Well 48 WP 177. Es lag ja laut Karte nur ca. 1 Km abseits der CSR. Ich glaube aber ein es war doch ein bißchen mehr und die Karte stimmte nicht ganz. Allerdings spielen 1-2 Km nicht unbedingt so eine große Rolle. Es war auch ein Grab nicht weit davon entfernt so ca. 50 m. Wir fuhren weiter und passierten wieder mal ein ausgebranntes Autowrack WP 178 Sah verdächtig nach einem 100er Serie V8 Landcruiser aus. Benziner natürlich die scheinen ja ganz gut zu brennen. Diesel entzündet sich eben nicht so leicht. Das war kurz vor Well 49 WP 179. Auf der Weiterfahrt sahen wir bei WP 180 & 181 ein paar weitere Camps die wesentlich mehr hergaben als Well 49. Der weitere Weg zu Well 50 ging so manches mal durch dicht bewachsenes Gelände und die Außenspiegel wurden regelmäßig zurechtgerückt da entgegenschlagende Zweige sie immer wieder verschoben. Auf dem weg dahin kahm uns eine Gruppe von 4 Fahrzeugen entgegen und es war schon mit etwas Arbeit verbunden diese passieren zu lassen da das Gelände viel Gestrüpp aufwies. An der Abzweigung WP 182 zu Well 50 mußten wir erst mal wieder auf Hans warten da er immer etwas langsamer war als ich. Wie ich so wartete kahm uns ein 80er Landcruiser entgegen und fragte uns ob es links (rechts von uns aus gesehen) zu Well 50 ginge. Wir bejahten und schon waren sie weg. Hans war 5 min später zur Stelle und wir machten uns auf denselben Weg. Es waren nur ca. 2 Km bis zu einer riesigen freien Fläche auf der man eine halbe Armee hätte unterbringen können. Wir suchten erstmal Well 50 WP 183 welches nur ein paar 100 m hinter dem Riesencamp lag. Nachdem wir unser Camp WP 184 aufgeschlagen hatten ging es ans Abendessen. Später kahmen noch Rick und Dianne dazu, die Beiden im 80er Cruiser, und quetschten uns über die CSR aus da die Beiden erst loszogen. Rick war ein alter Haudegen der auf einer Farm aufwuchs und auch schon alles Mögliche erlebt hatte in seinen 60 Jahren. Ich zeigte Ihnen auch meine alte RAC CSR Karte welche von den Karten die ich hatte am besten war. Als ich deren sehnsüchtigen Blick erkennen konnte bot ich an diese Karte auszuleihen. Das war auch deren Gedanke da Dianne sich schon den Kopf zerbrach wie Sie es anstellen konnte sie mir abzuschwätzen. Sie hatten zwar neuestes Kartenmaterial dabei aber keines welches speciel für die CSR gedruckt wurde. Wir tauschten unsere Addressen aus und ca. 6 Wochen nachdem ich wieder Zuhause war steckte Sie wohlbehalten im Briefkasten.

Tiefste Temperatur nachts = -1.4 oC





16. Tag    22-07-2007

Heute Morgen begannen wir den Tag damit Rick alles Gute zu seinem 61. Geburtstag zu wünschen. Er war schon am Reifen flicken da er schon zu Beginn seiner Tour einen Platten hatte. Dies war unser letztes Camp auf der CSR und wir hofften am Abend in Halls Creek zu sein. Als nächstes kahm Well 51. Leider vergaß ich einen WP zu setzen aber man kann es nicht verfehlen da eine Southern Cross Windmühle daneben steht. Alles außer Betrieb aber doch weithin sichtbar. Erst mal aber passierten wir kurz davor eine Kreuzung WP 185 und hier gab es 3 Möglichkeiten. Links ein kleiner Umweg sollte die CSR überflutet sein. Geradeaus der CSR Track zu Well 51 und rechts die Alternativstrecke zur Balgo Community Mulan oder Balgo Umweg genannt. Laut Karte werden daraus nach etlichen Km links die Mulan Diversion und rechts die Balgo Diversion. Diese sind aber auch nur für den Fall zu nehmen falls die CSR ab hier komplett gesperrt sein sollte. Die Überquerung der vielen trockenen Überschwemmungsgebiete war so eine Sache. Man kann so schön dahin fahren und ohne Vorwarnung geht die Rüttelei wieder los. Bei Well 51 machten wir kurz Halt und weil sonst nichts los war mußte ein Dingo, der sich in unsere Nähe gewagt hatte, als Videostar herhalten. Es zeigten sich auch ein paar Vögel und ich denke irgendwo muß es doch Wasser geben. Bei WP 186 schloß der kleine Umweg der bei WP 185 links abbog, an die CSR an. Kurz darauf 2 Windmühlen WP 187 und dann war es mit der Abwechslung auch schon wieder vorbei. Bei WP 188 kahmen wir zu einer Abzweigung. Links weiter auf der CSR - rechts zu Nyarna Lake Stretch. Zu diesem Zeitpunkt sagte uns das nichts aber später fanden wir dann raus dies war eine relativ neue Station für Reisende auf der CSR. Wir hörten schon ein paar Gerüchte von einem Campingplatz auf der CSR konnten aber nicht so recht daran glauben. Rick und Dianne erzählten auch davon wußten aber nichts Genaues. Die Tankwärtin an der Billiluna Tanke klärte uns dann über diesen Platz dann auf. Ein findiger Aboriginal hat da einen Platz mit schattigen Bäumen und Grasflächen angelegt. Man konnte gegen eine kleine Gebühr sein Zelt an einem schattigen Plätzchen aufstellen. Angeblich keine Duschen aber ich denke mir Toiletten müßte es schon geben und wenn es nur ein Donnerbalken ist. Wie gesagt dies sind Infos aus zweiter Hand aber ich denke mal es ist einen kleinen Abstecher wert. Hätten wir es gewußt wir wären hingefahren aber für Erkundungsabstecher aus purer Neugier hatten wir nach 16 Tagen Buschcamping und Holperei keinen Bock mehr. Wir waren jetzt kurz vor Billiluna und auf der Suche nach Diesel. Ich hatte ja keine Anzeige mehr und wußte somit auch nicht wie es um meine Dieselvorräte bestellt war. Als wir dann ankahmen erzählte uns ein 4WDriver nach Haus #14 Ausschau zu halten. Die Bewohner waren die Tankwarte. Da es Sonntag war , war auch ein Sonderzuschlag von $15.- pro Auto fällig. Auf der Suche nach Haus #14 hält man am besten Ausschau nach einem Plätzchen das den Umständen entsprechend relativ gut gepflegt aussieht und davon gibt es eh nur zwei die auch noch gegenüber liegen. Die Straße in der diese liegen führt an einem Ende direkt zur Tankstelle neben der CSR Streckenführung. Wir fuhren noch durch den Ort da wir schon mal da waren. Es gibt nicht viel zu erzählen aber in so einem Elend möchte ich nicht mal tot über'm Zaun hängen. Wir verließen Billiluna WP 189 und machten uns auf den Weg zur Kreuzung von CSR & Tanami Track WP 190. Wir hatten ja noch etwas von Rainer's Winzerschnaps übrig und ließen zur Feier des Tages ein paar Stamperl über die Zunge laufen. Wir dachten uns wir hätten jetzt die Rüttelei hinter uns aber nach ein paar Km holte uns die Holperei wieder ein. An der Abzweigung zu Wolfe Creek Crater WP 191 pumpten wir dann unsere Reifen wieder auf Straßendruck und wie wir da so standen und denn Kompressor werkeln ließen tauchte Otto von Otto Tours gerade vom Wolfe Creek Crater kommend auf. Dies war seine 30. Fahrt wie er erzählte. Er hatte aber nur ein Fahrzeug bei sich. Dieser deutschsprachige Tour Operator führt Tagalong Touren über die Canning Stock Route durch. Wer sich für solche Touren interressiert kann sich mit Ralf Ludwig von Astrotravel (Boomerang Reisen Vertragspartner in Hannover) nähere Auskunft hohlen da dieser Otto persönlich kennt und es gab auch schon Dia Vorträge von Otto Tours in Deutschland. Jetzt ging es weiter nach Halls Creek. Als wir endlich den Highway erreichten schoß Hans wie von der Tarantel gestochen aus dem Auto, kniete nieder und küßte den Boden da er jetzt endlich wieder auf anständigen Straßen fahren konnte. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kahmen wir in Halls Creek am Caravan Park WP 192 an. Nach so einer Fahrt ist ein CP ein wahrer Luxus. Schöner kann's im Sheraton auch nicht sein. Wir ließen uns an einem Take Away für mehr als dürftige Verpflegung das Geld aus der Tasche ziehen. Ein Anruf Zuhause das wir es bis hierher geschafft hatten mußte auch sein. Wir hauten uns dann ziemlich schnell aufs Ohr den am nächsten Morgen ging es ab nach Hause. So schnell wie möglich soviele Km wie möglich zurücklegen.




17. Tag    23-07-2007

Frühmorgens ging es an's Packen und wir hielten uns garnicht mit Sachen wie Frühstück auf. Wir mußten ja unterwegs ohnehin Pausen einlegen und da konnte man das angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Die langen Strecken die wir jetzt zurücklegen mußten (Halls Creek - Perth ca. 2800 Km) bereiteten keine Schwierigkeiten den ich hatte auf der CSR soviel vorgeschlafen da konnte ich jetzt gut davon zehren. In Fitzroy Crossing WP 193 stoppten wir so gegen 10:00 um uns ein Frühstück zu genehmigen. Kein Unterschied zu Halls Creek. Reine Geldschneiderei aber was soll man machen. Als wir unsere Fritten so verspeisten meinte Philip: den Burschen kennen wir doch. Richtig, es war der Beamte vom Gesundheitsamt den wir bei Well 33 (der CSR Tanke) schon mal getroffen hatten. Wir pflegten einen kleinen Plausch aber er mußte weiter wenn er es heute Abend noch bis Port Headland schaffen wollte. Ich fahre lieber lamgsamer. Bei der Weiterfahrt mußte Hans immer wieder mal einen Reifen neu aufpumpen da es jetzt aus allen Löchern pfiff. Da er aber nur bis Exmouth wollte wartete er mit der Flickerei bis er angelangt ist. Ansonsten ist die Km Schrupperei auf dem Highway ziemlich langweilig. Mittagessen ließen wir sausen und gegen 15:00 erreichten wir das Roebuck Bay Roadhouse WP 194 30 Km vor Broome. Wir mußten ohnehin tanken und so war es ein willkommener Stop. Zwei Stunden später kahmen wir zu unserem ersten Nachtlager WP 195 auf der Rückfahrt an. Für lange Fahrten gibt es neben den Highways in unregelmäßigen Abständen Parkplätze zum Übernachten. Man braucht nur nach einem Schild mit der Aufschrift "24 HR Stopping" Ausschau zu halten. Wer einen Tag länger bleibt hat sicherlich auch keine Schwierigkeiten den wer soll das schon kontrollieren. Wir waren zwar schon etwas spät dran hatten aber Glück und es war noch nicht voll. Gut besucht aber schon. Wir rollten unsere swags aus und machten uns daran ein schnelles Abendessen zuzubereiten. Hans hatte soviel Wein dabei das auch jetzt noch eine Flasche übrig war und so sorgten wir dafür das sein Auto etwas weniger Gewicht schleppen mußte.




18. Tag    24-07-2007




Früh aufstehen und wegkommen war heute die Devise. Der Rest des Tages wurde mit Fahren, Fahren und nochmal Fahren verbracht. Gegen 17:00 hielten wir wieder an einem 24 HR Stopping Parkplatz WP 197 um uns die nächste Nacht um die Ohren zu schlagen. Wir hatten etwas zu kämpfen den dieser Platz war fast "ausgebucht". Wir fanden aber doch noch eine Ecke für unsere 2 Autos. Wir mußten nur die Kuhscheiße wegschieben um unsere Swags auszurollen. Die Fliegen sind nach Sonnenuntergang ohnehin kein Problem mehr. Nach dem Abendessen und ein paar Bieren zogen wir die Decke über den Kopf und das war's für heute.










19. Tag    25-07-2007

Dieser Tag wird ein ziemlich langer Tag werden. Bei WP 198 passierten wir die Abzweigung zu Onslow und die Abzweigung nach Exmouth war nicht mehr weit weg. Hier werden sich unsere Wege trennen den Hans bleibt ein Weilchen in Exmouth und Philip und ich fahren weiter nach Perth. Erst mußten wir aber an Hans Pajero einen Reifen wechseln da auch aufpumpen nichts mehr half. Er hatte es selbst nicht gemerkt aber da ich in Erwartung von Malheur hinter Ihm herfuhr konnte ich sehen, daß sich die Autoschnauze nach vorne rechts neigte. Gerade so als hätte er einen Federbeinbruch. Ich mußte Ihn überholen um Ihn zum Anhalten zu bewegen. Wir brauchten ca. 1/2 Stunde um wieder flott zu sein da wir erst den Reifen vom Dach holen mußten. Als wir uns dann verabschiedeten stießen wir ein letztesmal mit einem kalten Bierchen an und dann trennten sich unsere Wege. Erst dachte ich mir wir hauen uns in Geraldton nochmal auf's Ohr. Am 440 Roadhouse gegen 20:00 war ich aber noch relativ fit und so tankten wir und fuhren weiter in Richtung Perth. Leider mußte ich feststellen, daß Nachtfahrten immer anstrengender für mich werden und so mußte ich immer öfter anhalten um 1/4 Stunde zu schlafen und dann weiterfahren. Gegen 03:00 waren wir dann Zuhause. Mission accomplished.




Ein paar Tips und abschließende Bemerkungen


    Jeder weis, daß man auf die CSR eine Schaufel mitnehmen sollte. Es gibt auch viele Verwendungszwecke dafür. Was ich mir aber auch beim nächstenmal mitnehmen werde ist ein kleiner Pickel. Oft war der Boden so hart und steinig das es eine Qual war ein anständiges Loch zu graben.
    So wenig wie möglich Gewicht laden. Ich hatte den Landcruiser bis an die Oberkante vollgestopft. Kühlschrank, kistenweise Bier und 170 l Trinkwasser waren einige der überflüssigen Posten. Ein Kühlschrank ist nur nötig wer jeden Tag kaltes Bier trinken und jeden Abend sein Steak futtern will. Es gibt genügend nichtverderbliches Essen das man mitnehmen kann ohne Not zu leiden. Salami, Dosenfleisch und Wurst in Dosen halten sich wochenlang ohne Kühlschrank. Man kann sich auch einiges vakuumverpacken lassen und so hat man wenigstens die erste Woche noch Klodeckel auf dem BBQ.
    Wasser kann man ein paarmal nachschöpfen. 2 - 3 gute Wasserbehälter mit zusammen 60l Fassungsvermögen und ein Wasserfilter der 200 - 300l Wasser filtern kann müßten genügen. Georgia Bore Wasser würde ich sogar ohne filtern trinken. Shane, den ich zu Anfang getroffen hatte, hatte den Dreh raus. Der reiste mit 2 Frauen und 2 Hunden in einem Toyota Hilux Dual Cab. In meinem Landcruiser schleppte ich ca. 2x soviel Gepäck mit mir rum.
    Wie man sich bei so einer Tour bettet ist Geschmacksache. Ich bin in solchen Fällen ein absoluter Fan vom Swag. So schnell aufgebaut und eingerichtet ist kein Zelt. Wer nur Isomatte und Schlafsack auf den Boden legt kann mithalten aber das ist mir nun wieder zu einfach. Wer jeden Tag Zelt aufbauen, einrichten und morgens alles wieder abbrechen muß hat am Ende des Trips vielleicht vom Camping die Schnauze so voll das er es sein läßt und das wäre schade.
    Die Wahl der Reisezeit ist wichtig. Im Juli war es nachts saukalt und tagsüber warm. Besser hätte das Wetter garnicht sein können. Bei Kälte am Lagerfeuer sitzen und einen Glühwein schlürfen sagt mir mehr zu als bei Badehose auch noch abends zu schwitzen. Ausserdem wurden wir so gut wie garnicht von Insekten belästigt worden. Wer sich entscheidet keinen Kühlschrank mitzunehmen hat es auch leichter bei der Wahl der mitzunehmenden Lebensmittel.
    Es ist ratsam die Strecke von Süden nach Norden zu fahren. Es gibt im Schnitt jedes Jahr einen Frontalzusammenstoß. Da ca. 10% von Norden nach Süden und 90% in umgekehrter Richtung fahren hat man bessere Chancen ungeschoren davonzukommen wenn man in Wiluna startet. Auf jeden Fall eine möglichst lange Sandfahne am Roobar befestigen und das ist dann auch schon die halbe Miete. Einen Fehler den anscheinend viele machen ist das sie die Anläufe bei den Sanddünen versuchen in einem Höllentempo zu nehmen. Dies ist absoluter Blödsinn da der Track beschädigt wird und das Auto rumspringt das die Federn krachen. Außerdem verliert man vortrieb wenn sich die Räder vom Boden abheben. Der Sand auf der CSR ist sehr kompakt und griffig, ungleich Sand wie man in z.B. in den Dünen von Lancelin findet. Wer ein griffiges Profil hat kann schön langsam im 2. Gang low range aber Vollgas anfahren und hat damit keine Probleme. Nie und nimmer - wer anderes behauptet kann nicht autofahren. Ich bin vielleicht die Hälfte der Sandhügel im 1. Gang ohne 4WD rübergesegelt. Als Reifen hatte ich Goodyear Wrangler MT/R 235/85/16 aufgezogen und das war eine ausgezeichnete Wahl. Als Ersatzreifen hatte ich dann noch 3 Stück 7.50x16 mit. Es wird bestimmt jemand kommen der einen anderen Reifen bevorzugt aber "never change a winning horse". Es gibt auch noch einen kleinen Trick bevor man in Perth wegfährt. Man geht zum Reifenshop und läßt alle Reifen abmontieren und neu aufziehen. Wenn jetzt ein Reifen gewechselt werden muß geht der leicht runter. Ein Reifen der schon jahrelang auf der Felge rumgammelt kann ganz schön widerspenstig sein. Wenn jetzt noch Rost dazukommt kann man auch gleich Sekundenkleber drüberschütten.
    Es ist abzuraten in Gruppen von mehr als 3 Fahrzeugen zu fahren. Die Chancen das sich mal 2 in die Haare kriegen steigt dann sprunghaft an. Man soll nicht denken weil man in Deutschland schon 10 Jahre gut Freund war gibt es nichts mehr was diese Freundschaft erschüttern könnte. Man ist konstant auf Tuchfühlung und kriegt jeden Furz mit. Dinge über die man am ersten Tag noch gelacht hat können einem am letzten Tag so auf den Geist gehen, das man sich am liebsten gegenseitig den Hals umdrehen würde. Mir ist dies vor ein paar Jahren auf einer Dienstreise passiert und auch heute reden wir nur das Nötigste miteinander. Außerdem je größer die Truppe umso größer der logistische Aufwand. Jeden Morgen eine Truppe von 8 - 16 Leuten bis 08:00 abflugfertig zu kriegen ist bestimmt eine Herausforderung - jeden Tag wohlgemerkt. Klein aber fein sollte hier die Devise sein.
    Die CSR alleine fahren würde ich das erstemal nicht wagen. Wer aber dieses kleine Abenteuer schon mal hinter sich gebracht hat kann auch alleine losfahren. Besonders im Juni/Juli & August ist genug Verkehr das man sich wegen Mangel an Gesellschaft nicht zu sorgen braucht wenigstens solange man auf der Hauptstrecke bleibt. Man sollte aber jemanden Bescheid geben der Alarm schlagen kann wenn man sich nicht rechtzeitig zurückmeldet.
    Reisedauer. Von Wiluna bis Halls Creek kann man es in 2 Wochen schaffen. Wer es aber irgendwie einrichten kann sollte sich 3 Wochen oder noch besser 4 Wochen Zeit nehmen. Nicht hetzen sondern bummeln sollte die Devise sein.
    Sprit haben wir bei Well 33 an der Tankstelle gezapft. Man braucht nicht mehr vorher bescheid sagen aber man sollte vor 12:00 antanzen da die Mittagspause 3 Stunden dauert und erst um 15:00 wieder geöffnet wird. Diesel ist immer verfügbar. Benzin eher weniger. Preis war so um die $3.00 pro liter. Mein Landcruiser (4.2l standard diesel motor) hat ca. 16l/100 Km geschluckt aber ich bin bequem mit meinem Sprit ausgekommen. Hatte ja auch 240l dabei.
    Die CSR als 4WD Herausforderung ist eher überbewertet. Auch ungeübte Fahrer können es gut meistern sonst würde es kein Tagalong Tour Operator wagen zahlende Kunden über die CSR zu lotsen. Dies soll aber auch nicht heißen das man es mit einem Spaziergang im englischen Garten vergleichen kann. Schlechte Vorbereitung und eigene Dummheit sind eher für ein Mißgeschick verantwortlich als widrige Umstände. Die größte Gefahr ist eher finanzieller Natur den wer hier einen kapitalen Schaden am Auto hat muß ganz schön bluten. Ich habe keine Ahnung was eine Bergung von well 20 oder 40 kostet aber je nach Wagen kann es mehr kosten als dieser Wert ist.
    Kartenmaterial. Ich hatte verschiedene Karten und Bücher dabei. Am besten hat sich eine 10 Jahre alte Karte vom RAC bewährt. Ob es diese noch zu kaufen gibt weis ich leider nicht. Die zweite Karte ist die NW Teilkarte aus der 6 teiligen Great Desert Tracks Serie von Hema Maps. Westprint hat auch eine Karte (ISBN 0 646 18223 4) nur über die CSR im Program. Die scheint auch nicht schlecht zu sein. Habe diese auch ab und zu mal benützt aber die RAC Karte war bei weitem die Beste. Wer mit GPS & Notebook unterwegs ist sollte sich auch OziExplorer zulegen mit Natmap Australienkarten 2005, das kann nicht schaden.
    Was ging bei meinem Landcruiser schief? Ich hatte nach dem Dieselpumpen mit dem Kabelsalatt einen Kurzschluß gebaut und mußte daher die Sicherung austauschen. Um diese zu finden mußte ich ein paar rausziehen und prüfen welche durchgebrannt war. Leider hatte ich eine davon in einen leeren Steckplatz zurückgeschoben und habe es nicht gemerkt. Obwohl ich mir sicher war, daß das Problem ein ganz Einfaches war. Den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. So einfach war das.
    Zum Abschluß muß ich hinzufügen, daß die hier gemachten Ausführungen meine Sicht der Dinge wiedergeben. Auf keinen Fall sollte dieser Bericht als alleinige Basis der Starvorbereitungen herangezogen werden. Vielmehr sollte man sich Informationen aus möglichst vielen und auch kompetenteren Quellen besorgen z.B. Eric & Ronelle Gards Buch "Canning Stock Route - A Traveller's Guide" ISBN 0-9586715-1-6 Dieses Buch diente auch mir als Grundlage für meine Vorbereitungen zusammen mit anderen Berichten aus dem Internet wie z. B. von www.exploroz.com um nur 2 der zahlreichen Quellen zu nennen.